Die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen verläuft in der Steiermark teils schleppend. Zu schleppend, meint Alexander Melinz von der KPÖ und stellt eine Anfrage an den zuständigen FPÖ-Landesrat.
Der Fall Walfried Janka sorgt für Bestürzung. Als Pflegekind wurde der heute 60-Jährige geschlagen und gefoltert, wir haben berichtet. Nach Jahren des Leidens und Schweigens fasste er den Mut und ging mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit. Ein Schritt, den sich viele andere Missbrauchsopfer bis heute nicht getraut haben. Umso wichtiger sind Anlaufstellen, die ihnen die Aufarbeitung erleichtern.
„Hier kommt dem Staat eine besondere Verantwortung zu“, meint die KPÖ in einer schriftlichen Anfrage an Soziallandesrat Hannes Amesbauer (FPÖ). „Aus aktuellen Meldungen und Berichten ergeben sich erhebliche Fragen, ob dieser Anspruch in der Steiermark in allen Bereichen gewährleistet ist“, sagt der kommunistische Landesvorsitzende Alexander Melinz.
Er kritisiert unter anderem die langen Verfahren der Clearingstelle des steirischen Gewaltschutzzentrums. „Allein bis zur Ladung zu einem Erstgespräch kann es bis zu einem Jahr dauern.“ Von Amesbauer will Melinz daher wissen: Wie viele Missbrauchsfälle ehemaliger Heim- und Pflegekinder liegen der Stelle aktuell vor? Wurden die betreffenden Akten ausreichend gesichert? Und wie hoch ist die durchschnittliche Entschädigungssumme?
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