Ärger, Pöbeleien, Eskalationen: Reisende und ÖBB-Personal sollen künftig besser geschützt werden! SPÖ-Minister Peter Hanke plant jetzt ein generelles Alkoholverbot an allen großen Bahnhöfen im Land.
Hinter die gelbe Sicherheitslinie, Zug fährt ein! Für die Mitarbeiter der ÖBB gehört der Umgang mit brenzligen Situationen mit „Dranglern“ & Co. bereits zum traurigen Arbeitsalltag. Jetzt rollt aber endlich Hilfe für sie an. Mobilitätsminister Peter Hanke plant den Alkoholkonsum an stark frequentierten Bahnhöfen stärker einzuschränken, zum Schutz aller …
Bei einem Besuch am Wiener Hauptbahnhof machte sich Hanke am Dienstag selbst ein Bild von den Umständen. Er sprach mit Zugbegleitern, Sicherheitsmitarbeitern, den Verantwortlichen des Konzerns und der „Krone“. Seine Botschaft ist unmissverständlich: „Jeder einzelne Übergriff auf eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter der ÖBB ist einer zu viel.“
Jeder einzelne Übergriff auf einen Mitarbeiter der ÖBB ist einer zu viel. Die ersten Verbote zeigen Wirkung, deshalb sollten wir auch weitermachen.

Minister Peter Hanke (SPÖ)
Bild: Mario Urbantschitsch
Jeder sechste Alarm hat mit Alkohol zu tun
Der Handlungsdruck ist offenbar groß: Rund jede sechste sicherheitsrelevante Meldung an heimischen Bahnhöfen steht im Zusammenhang mit Bier, Wein oder harten Spirituosen. Bisher untersagt die Hausordnung lediglich „übermäßigen“ Alkoholkonsum. An neun Bahnhöfen gilt bereits ein generelles Alkoholkonsumverbot für den gesamten Bahnhofsbereich.
Hanke hat die ÖBB beauftragt, eine Ausweitung des bestehenden Verbots an Großbahnhöfen zu prüfen. Besonders jene Verkehrsknotenpunkte, an denen besonders viele Menschen unterwegs sind und sich der überwiegende Teil der sicherheitsrelevanten Vorfälle ereignet, stehen im Fokus der Überlegungen.
Das Ziel ist es, weniger Diskussionen, weniger Spielraum für Ausreden – und im Ernstfall schnelleres Handeln zu ermöglichen.
Ganz Deutschland und der Westbahnhof in Wien machen es vor
Ab dem Herbst sollen also weniger Diskussionen, keine Spielräume für Ausreden – und im Ernstfall schnelleres Handeln ermöglicht werden. Ein anschauliches Beispiel gibt es jedenfalls schon: Am Wiener Westbahnhof wurde zuletzt ein entsprechendes Verbot eingeführt. Laut ÖBB seien die Rückmeldungen der Mitarbeiter vor Ort sehr positiv.
Auch aus Deutschland kommen entsprechende Signale: Die Deutsche Bahn (DB) greift im Kampf gegen Kriminalität und Vandalismus ebenfalls zu harten Maßnahmen. Um Fahrgäste und Personal effektiv vor Übergriffen zu schützen, verbieten die Nachbarn den Alkoholkonsum an sämtlichen Bahnhöfen. Die neue Regelung betrifft alle 5400 Stationen und wird bis zum 15. Oktober flächendeckend umgesetzt.
Zehn-Punkte-Plan gegen die grassierende Gewalt
Das Alkoholverbot ist allerdings nur ein Teil der Sicherheitsoffensive. Gemeinsam mit ÖBB, Innenministerium, Sozialpartnern und weiteren Beteiligten wird – wie berichtet – ein Zehn-Punkte-Plan umgesetzt.
Dazu gehören eine engere Zusammenarbeit mit der Polizei, der flächendeckende Einsatz von Bodycams, eine einheitliche Erfassung von Gewaltvorfällen, mehr Personal an neuralgischen Punkten sowie ab nächstem Jahr der flächendeckende Einsatz von Stichschutzwesten.
Auch bei der Prävention wird aufgerüstet. Rund 1700 Zugbegleiter der Staatsbahn absolvieren jedes Jahr ein ganztägiges Deeskalationstraining. Dabei geht es nicht nur um Theorie, in praktischen Szenarien werden kritische Situationen professionell durchgespielt.
Ab September kommen außerdem freiwillige Selbstverteidigungskurse hinzu, betonen Belegschaftsvertreter und Geschäftsführung von den ÖBB … neue Zeiten brechen an!
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