GUTEN MORGEN

Ausnahme als Normalität | Lassen wir´s bleiben

Ausnahme als Normalität. Nach mehr als 40 Grad in der Vorwoche und einem etwas entspannenden beinahe schon kühlen Wochenende mit kaum mehr als 30 Grad soll es heute in weiten Teilen Österreichs wieder richtig heiß werden. Darüber freut sich längst keiner mehr. Menschen, Tiere und Pflanzen leiden. Während die Temperaturen auf nie erlebte Höhen klettern, sinken die Wasserstände in nie erwartete Tiefen. Die Gletscher rinnen aus, Heu und Getreide verdorren, Bauern müssen ihre Tiere dem Schlachter überlassen. Und was tut die Politik? Der untergetauchte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig von der ÖVP ließ nur kurz vernehmen, dass 2026 „ein absolutes Ausnahmejahr“ sei. Man fragt sich, hört der Umweltminister nicht hin, wenn Klimaforscher schon ewig eindringlich warnen, dass Temperaturen und Trockenheit wie heuer nicht „absolute Ausnahme“ sind, sondern neue Normalität?

Lassen wir´s bleiben. Man fragt sich auch, wie Totschnigs Parteikollege Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer immer noch schwadronieren und warnen kann, man „darf nicht Arbeitsplätze auf dem Altar der Klima-Ideologie opfern“. Weniger wundert man sich, wenn die FPÖ alles wie immer schon einfach als „Klimahysterie“ abtut. Umso mehr überrascht das jüngste Statement von ÖVP-Kanzler Christian Stocker. „Man kann immer mehr tun“, sagte er zum Thema Klimaschutz-Maßnahmen. Aber man dürfe nicht vergessen, dass Österreich nur mit 0,2 Prozent am weltweiten CO2-Ausstoß beteiligt sei. Ja, da hat er prinzipiell schon recht. Einer allein, auch ein Staat allein kann das Klima natürlich nicht retten. Aber wer so argumentiert meint fatalerweise: Weil wir es nicht können, lassen wir’s gleich bleiben...

Kommen Sie gut durch den Montag!

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