Diskus-Ass Lukas Weißhaidinger, vor zwei Jahren Vize-Europameister in Rom, bangt um seinen Start bei der EM in Birmingham (10. bis 16. August). In der Vorwoche hatte er seinen Rücken verrissen und einen Nerv eingeklemmt. Er hofft, dass er die Probleme noch rechtzeitig hinbekommt, sagt aber: „Am Donnerstag entscheiden wir, ob es einen Sinn macht, zur EM zu fliegen, oder nicht.“
Der 34-Jährige, der zuvor noch ein „klassisches Wurftraining“ absolviert: „Wenn ich Schmerzen habe, werde ich aber sicher nicht bei der EM werfen. Ich fliege nur, wenn es einen Sinn macht.“ Natürlich hofft er, „dass es mit der Teilnahme gut ausgeht“. Der Flug zur EM in Birmingham ist für Samstag geplant.
Und wenn er antreten kann, dann sei er sicher auch „konkurrenzfähig, wenn der Rücken keine Probleme“, wie sein Trainer Gregor Högler sagt. Im Training habe Luki heuer „sehr vielversprechende Leistungen gezeigt, sämtliche Vergleichs-Kraft-Schnelligkeitswerte“ seien sehr gut gewesen. Im Gegensatz zum Vorjahr (Geburt der Tochter Lola, Hausbau, Umzug zurück nach Oberösterreich) hätte Luki rund 25 Prozent mehr trainiert, rund 1000 Würfe absolviert. Jetzt muss nur noch der Rücken halten!
Ein Trio favorisiert
Mit seiner Saisonbestleistung von 67,00 m liegt Lukas Weißhaidinger auf dem zwölften Platz der Entry List. Diese Zahlen aber sind vor der EM Schall und Rauch. Vor Birmingham weisen von den EM-Startern sechs Werfer eine Jahresbestleistung mit Würfen auf der „Segelwiese“ von Ramona in den USA auf. Aussagekräftiger ist eine Rangliste ohne Ergebnisse von Ramona. Da führt Mykolas Alekna (Lit) heuer mit 72,65 m vor Kristjan Ceh (Slo/71,86 m) und Daniel Stahl (Sd/69,85). An der Spitze liegt also das zuletzt immer „verdächtige“ Trio, das für die Medaillen favorisiert ist.
„Brauche einen guten Tag!“
Mit einer Saisonbestleistung aber würde Luki, wie so oft in den vergangenen Jahren, wieder vorne mitmischen können. „Ich muss halt einen guten Tag haben – und die anderen Mal einen schlechteren“, meint der Oberösterreicher, dem heuer bisher nur der „Flow“ gefehlt habe. Passt alles, sollte er in Birmingham gut in Schwung sein. Dank seiner Erfahrung und Klasse ist er dann immer für weite Würfe gut.
„Wir haben ein cooles Team!“
Heuer war es bisher etwas ruhiger um den Diskus-Hünen, da standen die Sprinterinnen Christania Williams und Isabel Posch, sie 4 x 100-m-Staffel der Frauen, die 400-m-Hürdenläuferinnen Anja Dlauhy und Lena Pressler oder Enzo Diessl mehr im Mittelpunkt. Abgerechnet wird freilich erst in Birmingham! Luki: „Wir haben ein großes Team in Birmingham, ein richtig cooles Team. Am Ende werden wir sehen, wer es ins Finale schafft.“ Was er auch Dreispringer Endi Kingley zutraut.
Weißhaidinger als Diessl-Fan
Weißhaidinger bekennt sich als „großer Fan von Enzo“ und sagt: „Ich wünsche ihm, dass ihm in Birmingham der Knopf aufgeht und er ins Finale kommt.“ Diessl, der bereits bei der U20- und U23-EM Gold gewonnen hat, könnte vielleicht auch erstmals im Männer-Bereich eine Medaille holen. Aber nur nichts verschreien …
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