Amerika: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das gilt vor allem auch für die - für uns Europäer recht merkwürdig anmutende - Rechtsprechung. Während bei uns schon seit Jahren vor den durch zu laute Musik hervorgerufenen Schäden gewarnt wird und die Stigmatisierung der "bösen" Walkman-Ohrstöpsel längst hinter uns liegt, scheint die Diskussion in Amerika gerade erst zu beginnen.
Grund zur Debatte und Wurzel allen Übels: Apples MP3-Player iPod. Auch Pete Townshend, Sänger von "The Who", warnte bereits vor dem kleinen Gerät: "Es könne taub machen." Worte aus dem Mund eines Mannes, der sein ganzes Leben zwischen scheppernden Schlagzeugen, Stromgitarren und riesigen Verstärker-Wänden verbracht hat.
John Kiel Patterson, ein einfacher Mann aus dem US-Bundesstaat Louisiana, scheint der gleichen Auffassung zu sein. Wegen der maximal erreichbaren Lautstärke des iPods fordert er Schadensersatz vom Computerhersteller Apple. Doch Patterson hat weder einen pfeifenden Tinnitus, noch ist er taub: Er findet lediglich, dass der iPod aufgrund der zu hohen Lautstärke ein fehlerhaftes Produkt sei und deshalb verbessert gehöre.
Die maximale Lautstärke von mehr als 115 Dezibel könne, so Pattersons Anwalt Steve Berman, bereits bei einer täglichen Nutzung von 28 Sekunden zu Hörschäden führen. Neben der "Drosselung" der Lautstärke fordert der Kläger daher auch die Anbringung deutlicher Warnhinweise auf dem iPod.
Von Apple gibt es bislang keine Stellungnahme zur Klage. Sollte Patterson den Prozess jedoch gewinnen, dann könnte, bei derzeit mehr als 42 Millionen verkauften iPods, eine richtige Klageflut über den Konzern hereinbrechen.
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