Kaum Hoffnung mehr
Alpinistin sitzt fest: Schon 17 Tage in Todeszone
Eine riskante Bergtour in Kirgisistan endete in einer Tragödie: Die russische Alpinistin Natalja Nagowizina ist nach einem Sturz am Pik Pobeda, dem höchsten Berg des Landes, vermutlich ums Leben gekommen. Die 48-Jährige hatte am 12. August den 7439 Meter hohen Gipfel erreicht, brach sich beim Abstieg jedoch das Bein und konnte nicht mehr weiter.
Ein Rettungseinsatz, der bereits am 19. August begann, scheiterte an den extremen Wetterbedingungen – Stürme, Temperaturen bis -30 Grad Celsius und schlechte Sicht – sowie der schwierigen Berglandschaft. Dmitrij Grekow, Leiter des Basislagers und der Rettungsaktion, bestätigte gegenüber der Zeitung „Iswestija“: „Seit 1955 konnte von dort niemand evakuiert werden.“
Bedingungen unfassbar schwierig
Natalja Nagowizinas 47-jähriger Begleiter leistete nach ihrem Sturz Erste Hilfe, indem er ihr Bein stabilisierte, und machte sich anschließend auf den Weg, um Hilfe zu holen. Zwei weitere Alpinisten, der Deutsche Günther Sigmund und der Italiener Luca Sinigaglia, starteten am 13. August 2025 einen Rettungsversuch, um die Frau zu erreichen.
Sie schafften es, ihr Vorräte wie einen Schlafsack, Lebensmittel, einen Gaskocher und Gas zu bringen, um ihre Überlebenschancen zu erhöhen. Aufgrund eines heftigen Schneesturms, extremer Kälte und schlechter Sicht waren sie jedoch gezwungen, den Abstieg anzutreten.
Alpinist stirbt bei Rettungsversuch
Am 15. August, während eines erneuten Versuchs, Nagowizina zu unterstützen, geriet Luca Sinigaglia in einen Schneesturm und starb auf etwa 6900 Metern an den Folgen von Erfrierungen und einem Höhenödem, vermutlich verschlimmert durch Unterkühlung und Sauerstoffmangel. Günther Sigmund konnte den Abstieg erfolgreich fortsetzen, doch die Rettungsmission musste aufgrund der lebensgefährlichen Bedingungen abgebrochen werden.
Drohnenaufnahmen trüben Hoffnung
Hubschrauber-Einsätze scheiterten ebenfalls: Am 16. August musste ein Helikopter des kirgisischen Verteidigungsministeriums wegen Turbulenzen notlanden, die Besatzung und der Pilot wurden verletzt. Drohnenflüge zeigten, dass Nagowizina zu diesem Zeitpunkt noch am Leben war, doch ihr Zelt war zerstört und bot kaum Schutz – spätere Aufnahmen trübten die Hoffnung, die Russin noch retten zu können, deutlich.
„Alle Bergsteiger und alle Experten vertreten die Ansicht, dass sie leider nicht mehr am Leben ist“, sagte Adil Chargynow, Sprecher des kirgisischen Katastrophenschutzministeriums, gegenüber TASS. Auch ein kasachisches Rettungsteam musste die Bergung abbrechen, weil die Bedingungen selbst für erfahrene Alpinisten zu gefährlich waren.
Frau war sich Risiko bewusst
Natalja Nagowizina war eine erfahrene Höhenbergsteigerin. 2021 hatte sie bei einer Tour auf einem Siebentausender ihren Mann verloren, der an einem Schlaganfall starb. Trotz des Unglücks erklärte sie ein Jahr später in einer TV-Dokumentation: „Ich habe keine Angst davor, auf einem Gipfel zu sterben.“
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