Auf den Dächern der Olympiaworld stehen PV-Anlagen kurz vor dem Echtzeitbetrieb. Der Geschäftsführer liefert spannende Fakten dazu. Und wir beantworten Fragen, die sich vor einer Anschaffung aufdrängen.
Durch den Iran-Krieg und die damit verbundenen exorbitanten Treibstoffpreise ist das Thema Energiewende einmal mehr in das Zentrum gerückt. Eng damit verknüpft sind auch Photovoltaikanlagen, die sauberen Strom produzieren. Auf den Dächern der Olympiaworld steht die Installation zweier solcher Anlagen kurz vor dem Abschluss. Wie Geschäftsführer Matthias Schipflinger gegenüber der „Tiroler Krone“ erklärt, „wurde das Projekt im Jahr 2023 gestartet“.
Langfristiges Ziel sei es, nur noch in einem sehr geringen Ausmaß von fossilen Energieträgern abhängig zu sein und möglichst viel erneuerbare Energie selbst zu erzeugen. „Die Kombination von PV-Anlagen mit Wärmepumpen sind dabei die ideale Variante, wobei die Installation von Wärmepumpen erst in einem nächsten Schritt innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre erfolgt“, verdeutlicht der Geschäftsführer.
Da wir im Eigentum der öffentlichen Hand sind, war der erste Schritt eine öffentliche Ausschreibung der Anlagen.

Matthias Schipflinger
Bild: Christof Birbaumer
Mehrere Schritte bis zur Vergabe des Auftrags
Schipflinger gibt auch einen Einblick, wie der Prozess vom Entschluss der Errichtung bis zur tatsächlichen Umsetzung aussah: „Da wir im Eigentum der öffentlichen Hand sind, war der erste Schritt – neben der Feststellung der Tauglichkeit der Dachflächen auf dem Tivoli Stadion und der der Tiwag-Arena – eine öffentliche Ausschreibung der Anlagen. Dazu wurde gemeinsam mit den technischen Beratern der Bernard Gruppe und Ehoch2 ein detailliertes technisches Leistungsverzeichnis erstellt. Die Betreuung des rechtlichen Teils der Ausschreibung und die Durchführung selbst erfolgte durch die CHG Rechtsanwälte in Innsbruck.“
Schlussendlich erhielt die Firma Photovoltaik Ortner als Bestbieter den Zuschlag und wurde mit dem Bau der Anlagen beauftragt.
2900 Module liefern pro Jahr 1227 Kilowatt-Peak
Auf den Dächern des Tivoli Stadions und der Tiwag-Arena befinden sich nun insgesamt stolze 2900 PV-Module. Laut Schipflinger werden sie jährlich rund 1227 Kilowatt-Peak Leistung erbringen, also rund 1,3 Millionen Kilowatt-Stunden Strom erzeugen. Zwecks eines veranschaulichen Vergleichs rechnet der Geschäftsführer vor: „Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von städtischen Haushalten von 2400 Kilowatt-Stunden pro Jahr könnten somit rund 575 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden.“
Und was genau wird mit der Kraft der Sonne alles versorgt? „Ein Teil des mit der Anlage auf dem Tivoli Stadion erzeugten Stroms wird direkt für den Betrieb des Stadions bzw. der Gebäude verwendet, der andere Teil zuzüglich des Stroms aus der Anlage der Tiwag-Arena wird am Technikturm eingespeist und für die Versorgung der Olympiahalle, der Tiwag-Arena, des Landessportzentrums und der Außenbereiche verwendet.“
Der Eigenverbrauch wird mit rund 75 Prozent angenommen.

Matthias Schipflinger
Bild: Christof Birbaumer
„Dynamische Amortisation beträgt rund 12,5 Jahre“
Wie viel Prozent des gesamten Bedarfs mit den Anlagen erzeugt werden, könne man derzeit nur schätzen. „Der Eigenverbrauch wird mit rund 75 Prozent angenommen. Aber erst der Echtbetrieb wird dann verlässliche Daten dazu liefern“, erklärt Schipflinger.
Abschließend verrät der Geschäftsführer, dass die Errichtungskosten bei 1,9 Millionen Euro liegen. „Die dynamische Amortisation beträgt rund 12,5 Jahre.“
Photovoltaikanlagen wie jene auf den Dächern der Olympiaworld sind ein zentraler Baustein auf dem Weg in die Energieautonomie. Bekanntlich verfolgt das Land Tirol das Ziel, bis zum Jahr 2050 unabhängig von fossilen Energieträgern zu sein. Laut der Energieagentur Tirol „wird für die Energiewende jede Kilowattstunde erneuerbarer Strom benötigt“. Fragen, die sich für Unternehmer und Private im Vorfeld der Anschaffung stellen, lauten wie folgt:
Welche Dachflächen stehen zur Verfügung und welche Ausrichtung eignet sich?
„Ost- und West-Anlagen erzeugen mehr Strom in den Morgen- und Abendstunden als eine Süd-Anlage. Eine senkrecht aufgestellte Anlage wie auf der Fassade liefert bei niedrigem Sonnenstand in der Winterzeit vergleichsweise mehr Ertrag“, klären die Experten der Energieagentur auf.
Passen die Erzeugung und der Verbrauch dann auch wirklich zusammen?
„In der Regel lassen sich viele Abläufe zeitlich so legen, dass der Eigenverbrauchsanteil optimiert werden kann. Es kann auch sinnvoll sein, die Energie smart zu speichern. Das geht beispielsweise im Warmwasser, mit Bauteilaktivierung oder in Batteriespeichern.“
Bedarf es einer Genehmigung der Anlage?
Laut den Experten der Energieagentur sind Anlagen bis zu einer Größe von 100 Quadratmeter, die einen Abstand von 30 Zentimeter zum Dach oder zur Wand nicht überschreiten, anzeigenfrei. „Alle anderen Anlagen bedürfen in der Regel einer Bauanzeige.“
Wie komme ich zu einem Anschluss ans Netz?
In der Regel braucht es für die PV-Anlage einen Einspeiszählpunkt. „Dafür muss ein Netzanschlussantrag beim jeweiligen Netzbetreiber beantragt oder ausgefüllt werden.“
Wie lange hält eine Photovoltaikanlage?
Auf jeden Fall länger als 20 Jahre. „Zum Teil sind sogar Anlagen in Betrieb, die älter sind als 30 Jahre“, rechnet die Energieagentur zu dieser Frage vor.
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