Seit bald einem Jahr ist ein Ex-Berufsschullehrer, der philippinische Kinder missbraucht und mit seiner unwissenden Tochter Blutschande betrieben haben soll, angeklagt. Doch der Prozess lässt weiterhin auf sich warten, mittlerweile müssen sogar neue Gutachten eingeholt werden, weil sie veraltet sind.
Das Leid, das die Opfer eines Steirers erfahren haben, muss unermesslich sein: Wie die „Krone“ bereits im Vorjahr berichtete, soll der ehemalige Berufsschullehrer zumindest seit dem Jahr 1997 nichts anderes im Sinn gehabt haben, als sich an Kindern mit ersten Pubertätsanzeichen zu vergehen.
Dafür soll er über Facebook-Messenger mit in ärmlichen Verhältnissen lebenden Frauen auf den Philippinen Kontakt aufgenommen und ihnen Geld für Intimbilder und -videos ihrer Töchter – die er oft gleich per Livestream konsumierte – geboten haben! Um seine kranken Bedürfnisse zu stillen, soll er auch direkten Kontakt zu den Kindern aufgenommen haben. Mit dem Geld bezahlten die Eltern Lebensmittel und Schulsachen.
Hintermänner auf Phillippinen festgenommen
Der Angeklagte soll auch nicht davor haltgemacht haben, auf die Philippinen zu fliegen und dort ein erst zwölf Jahre altes Mädchen zu missbrauchen. Vor seiner eigenen Tochter soll er ebenso nicht zurückgeschreckt sein: Die zum Tatzeitpunkt erst 15 Jahre alte Schülerin hatte jahrelang nichts von ihrem leiblichen Vater gewusst. Ihr Unwissen soll er ausgenutzt haben, um eine intime Beziehung zu ihr aufzubauen und über mehrere Jahre hinweg Blutschande mit ihr zu betreiben.
2021 flog sein Tun endlich auf. Er wurde vorübergehend in Untersuchungshaft genommen, befindet sich aber seit einigen Jahren auf freiem Fuß. Bei Hausdurchsuchungen wurden Tausende einschlägige Dateien gefunden. Dank der intensiven Arbeit von Ermittlern des steirischen Landeskriminalamtes wurden auch auf den Philippinen Mütter, die ihre Töchter verkauften und Mittelsmänner, die ebenso Geld auf Kosten der Kinder kassierten, zum Teil festgenommen und so Opfer aus den Fängen des Missbrauchs befreit und weitere davor bewahrt.
Am 25. Juli letzten Jahres wurde dem Steirer die Anklage der Staatsanwaltschaft Graz, unter anderem wegen schwerem sexuellem Missbrauch, zugestellt und kurz darauf auch rechtskräftig. Doch bis heute hat es keinen Verhandlungstermin gegeben.
Die Sachverständigengutachten werden Mitte bis Ende August 2026 erwartet.
Gerichtssprecherin Barbara Schwarz
Gutachten müssen neu erstellt werden
Wieso? Das ist unklar. Da aufgrund der langen Verfahrensdauer sowohl das psychiatrische als auch das psychologische Gutachten nicht aufrechterhalten werden konnte, wurde den beiden Sachverständigen am 24. April ein erneuter Auftrag zur Gutachtenserstattung erteilt. „Die Sachverständigengutachten werden Mitte bis Ende August 2026 erwartet. Nach Vorliegen der Gutachten mit allenfalls Ergänzungsgutachten durch offene Fragen der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft wird eine Hauptverhandlung ausgeschrieben werden“, sagt Gerichtssprecherin Barbara Schwarz auf „Krone“-Anfrage. Es ist also weiterhin Geduld gefragt.
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