Arsenal gab auf Budapests Straßen den Ton an. Der Wunsch einer späteren Rückkehr via Österreich erfüllte sich allerdings nicht. Der Ärger über unnötige Kontrollen war indes groß …
Wer sich gestern gegen 15 Uhr unweit des Budapester Heldenplatzes in der Fanzone Arsenals einfand, tauchte in die große Fußballwelt ein: Drei Stunden vor Anpfiff in der zwei Kilometer entfernten Puskas-Arena hatten sich die Anhänger der „Gunners“ zum Fanmarsch eingefunden, setzten sich über 20.000 Fans in Bewegung.
Und das voller Zuversicht, wie aus den Sprechchören herauszuhören war: Da feierten sie, zeigten Zuversicht: „Wir werden den Titel nicht wie 2006 verpassen“, spielte Tim auf das verlorene Finale an. „Das Team ist nun voller Selbstvertrauen, hungrig nach mehr.“
Anreise über Wien
Mittwoch hatte das 20 km von Arsenal entfernte Crystal Palace in Leipzig in der Conference League triumphiert: „Die Klubs kommen sehr gut miteinander aus, wir freuten uns mit ihnen.“ Was er vom dortigen, nunmehrigen Ex-Trainer hält: „Ah, stimmt, Oliver Glasner ist Österreicher. Ein toller Coach, der auch mit Arsenal erfolgreich sein würde – doch wir sind mit Arteta derzeit eigentlich zufrieden“, schmunzelte Tim, der mit seinem Vater und Freunden aus London eingetroffen war: „Wir hielten uns heute auch schon in Österreich auf, sind über Wien angereist.“
Was viele taten, auch die Nachtbusse nach Schlusspfiff von Budapest nach Wien waren bereits seit Tagen ausgebucht. Auch John hatte ein Ticket, machte mit seinen Kumpels die Benutzung vom Ergebnis abhängig. „Im Fall der Fälle geht die Party in Budapest vor. Holen wir den Titel, muss Wien noch etwas warten.“ Der Plan ging nicht auf!

Schmecken ließen es sich alle, speziell das Bier – auch die Fans von PSG, die ihren Fanmarsch vom MTK Sportpark über 1,5 Kilometer bis zur Arena absolvierten: „Sieben Euro für 0,4 Liter im Becher sind okay“, befand Jean aus Paris, den nur eines störte: „Ich war schon bei einigen Endspielen, eine Fahrschein-Kontrolle in der U-Bahn hatte ich in diesem Trubel noch nie“, ärgerte er sich über den Übereifer der Beamten. Zumal mit der Eintrittskarte die öffentlichen Verkehrsmittel ohnehin gratis zu benutzen waren.
Offiziell hatten beide Klubs 17.000 Tickets erhalten, auf den Straßen waren die Arsenal-Fans klar in der Überzahl. Sorgten 4500 Polizisten für Ordnung. Zumal Krawalle befürchtet wurden – welche nicht ausblieben.
250.000 Passagiere
Das Verkehrsaufkommen war enorm: Die am Final-Wochenende in der ungarischen Hauptstadt erwarteten 2000 Flugbewegungen (darunter viele Privat-Jets) und 250.000 Passagiere bedeuteten das Doppelte des Üblichen.
Der Star-Auflauf war groß: Altstars wie Brasiliens Weltmeister Cafu machten bei einem Legendenturnier mit, Samstag erwiesen dem Finale Zlatan Ibrahimovic, Bastian Schweinsteiger oder Alessandro del Piero die Ehre, sahen einen glücklichen Sieger.
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