Unsicherheiten im Straßenverkehr führen immer wieder zu gefährlichen Situationen und Unfällen. Besonders im Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln besteht bei vielen Verkehrsteilnehmenden Unwissen über geltende Regeln und richtiges Verhalten. Die Folgen können im Ernstfall lebensgefährlich sein.
Im Jahr 2025 wurden knapp 290 Unfälle mit Straßenbahnen in Graz gemeldet. Die Anzahl der Unfälle bewegt sich somit auf einem konstant hohen Niveau. Im Jahr 2025 kamen zudem zehn Menschen beim Queren der Schienen zu Schaden. Der Hauptplatz und Jakominiplatz sowie Eggenberger Allee, Conrad-Von-Hötzendorf-Straße und Kaiser-Franz-Josef-Kai zählen zu den häufigsten Unfallschauplätzen.
Gefährliches Unwissen und häufige Irrtümer
Viele Unfälle lassen sich auf ähnliche Ursachen zurückführen. Beispielsweise ist vielen Fußgänger:innen nicht klar, dass Straßenbahnen grundsätzlich Vorrang haben – auch auf Schutzwegen – oder wie man sich an Schutzwegen korrekt verhält. Straßenbahnen können zudem nicht ausweichen und verfügen über einen langen Bremsweg.
Nicht nur bei Straßenbahnen, sondern auch bei herannahenden Bussen und Autos sollte die Straße niemals achtlos überquert werden, sondern erst nachdem Blickkontakt mit den Lenker:innen hergestellt wurde. Das Queren der Straße abseits von Schutzwegen erhöht das Unfallrisiko zusätzlich deutlich.Auch Fahrer:innen von Rädern und E-Scootern sind häufig in Unfälle verwickelt. Abruptes Abbremsen, achtlose Spurwechsel oder das Ignorieren von Vorrangregeln können schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.
Ablenkung als unterschätzte Gefahr
Gerade im Stadtgebiet gehören Ablenkungen zu den häufigsten Ursachen für gefährliche Verkehrssituationen. Laute Musik über Kopfhörer, die Nutzung des Smartphones oder mangelnde Aufmerksamkeit reduzieren die Wahrnehmung der Umgebung deutlich.
Wer Straßenbahnen, Busse oder akustische Warnsignale nicht hört oder zu spät wahrnimmt, setzt sich selbst und andere einem hohen Risiko aus. Darum ist es ratsam, das Handy auf der Straße in der Tasche zu lassen und die Aufmerksamkeit auf den Verkehr zu richten.
Richtiges Verhalten in Bus und Bim
Sicherheit endet nicht an der Fahrzeugtür. Auch in Bussen und Straßenbahnen ist richtiges Verhalten entscheidend. Unvorhergesehene Bremsmanöver sind jederzeit möglich, daher sollten Haltestangen und Haltegriffe immer genutzt werden. Stürze von Fahrgästen sind nämlich die häufigste Verletzungsursache in den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Ein weiteres wichtiges Thema ist das Freihalten taktiler Noppenfelder. Diese Bodenmarkierungen sind für sehbeeinträchtigte Menschen eine unverzichtbare Orientierungshilfe. Werden sie blockiert, erschwert das die selbstständige und sichere Nutzung des öffentlichen Verkehrs.
Gemeinsam für mehr Sicherheit
Das Ziel der aktuellen Informationskampagne der Holding Graz ist es, das Bewusstsein für sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu stärken und Unfälle zu vermeiden. Unsicherheiten führen immer wieder zu gefährlichen Situationen, besonders im Umgang mit Straßenbahnen und Bussen.
Die Kampagne setzt genau hier an: Sie klärt in Bezug auf den öffentlichen Verkehr über Vorrangregeln, richtiges Verhalten an Schutzwegen und die Gefahren durch Ablenkung, etwa durch Smartphones, auf. Auch in den Öffis steht Sicherheit im Fokus – beispielsweise durch Festhalten während der Fahrt, denn Stürze der Fahrgäste sind die häufigste Verletzungsursache. Die Kampagne soll möglichst viele Menschen erreichen, um Unfälle zu vermeiden und das rücksichtsvolle Miteinander im Straßenverkehr zu stärken.
Mehr Infos unter: holding-graz.at/sicherheit