Und wieder nichts! Groß waren die Versprechungen der Grazer Rathaus-Koalition, das Match ums Stadion noch vor den Wahlen Ende Juni zum Abschluss zu bringen, doch jetzt geht‘s erst wieder in die Verlängerung. Und die Schuld will man dem Land umhängen.
Eisern hat die von den Kommunisten geführte Dreierkoalition an ihren Beteuerungen festgehalten: Im Mai-Gemeinderat und damit noch vor der Wahl am 28. Juni soll der Planungsbeschluss für den Umbau des Liebenauer Stadions erfolgen. Doch nicht das erste Mal in der Grazer Stadion-Frage lässt die Politik ihren Worten keine Taten folgen.
Pingpong zwischen Stadt und Land
Der „Krone“ liegt nun nämlich der Grundsatzbeschluss zur Modernisierung des Liebenauer Stadions vor: Damit soll beim nächsten Gemeinderat am 21. Mai eben beschlossen werden, dass die Stadtbaudirektion beauftragt wird, für den Herbst 2026 einen Planungsbeschluss vorzubereiten. Das wäre dann doch deutlich nach dem Grazer Urnengang. „Anders war es nicht möglich, da wir vom Land noch immer keine Finanzierungszusage haben“, stellt man im Büro von Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ) klar.
In der Grazer Burg verweist man diesbezüglich aber weiter auf fehlende Unterlagen aus dem Rathaus – ohne diese gibt es keine definitive Zusage. Grundsätzlich gelte aber das Wort von Landeshautmann Mario Kunasek (FPÖ), dass man sich im selben Ausmaß wie die Stadt am Umbau beteiligen werde.
Stadion wieder bereit für Champions League
Immerhin 450.000 Euro hat die Stadt bisher für eine Machbarkeitsstudie und dann für eine „Präzisierung der Machbarkeitsstudie“ ausgegeben. Letztgenannte kam eben zum Punkt, dass der Um- und Ausbau der Liebenauer Arena mit einem Budget von 60 bis 70 Millionen Euro möglich ist. Das Fassungsvermögen würde durch flexible Steh-Sitzplatz-Lösungen, eine Absenkung des Spielfelds und den Wegfall des Stadiongrabens auf 20.100 Plätze erweitert werden, die Heimkurven würden jeweils 5000 Fans Platz bieten – und im Hospitality-Bereich könnten sich immerhin 1700 Gäste vergnügen, Sky-Boxen inklusive. Das Wichtigste: Das Stadion wäre so auch für die Champions League und Länderspiele tauglich.
Doch von einer Realisierung ist man eben doch noch ein gutes Stück entfernt – es hängt nicht nur an der finanziellen Beteiligung des Landes, auch das Betriebskonzept, das laut Grundsatzbeschluss von der Finanzdirektion erarbeitet werden soll, ist noch längst nicht in Stein gemeißelt. Dem Vernehmen nach besteht man im Finanzressort nämlich darauf, dass die von der Stadt investierten rund 30 Millionen Euro durch die Pacht wieder eingespielt werden. Bei den beiden Bundesliga-Klubs Sturm und GAK stößt dies auf wenig Gegenliebe, da das Stadion ja dennoch im Eigentum der Stadt bleibt.
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