Absurde Ticketpreise sogar bis in die Millionen, an denen auch der Weltverband FIFA mitverdient. Explodierende Kosten für den Weg zum Final-Stadion mit zigfachem Aufschlag. Und selbst bei Fan-Festivals wird bei der Fußball-WM Geld fällig. „Die Weltmeisterschaft ist zu einem Verbrechen geworden“, lautete das kategorische Urteil des Boston Globe. „Der Fußball-Weltverband und nun auch der Staat behandeln die WM wie eine Lizenz zum Stehlen“, schrieb die Zeitung.
Die Zahlen klingen aus Sicht der Veranstalterländer gut. Zusammen mit dem Sekretariat der Welthandelsorganisation hatte die FIFA eine Studie zum sozioökonomischen Nutzen der WM veröffentlicht. Nur für die USA, in denen 78 der insgesamt 104 Spiele über die Bühne gehen, wurde von einem Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt in der Höhe von 17,2 Milliarden US-Dollar ausgegangen. Über direkte und indirekte Steuern sollen 3,4 Mrd. US-Dollar in die Staatskassen gelangen.
Die Tourismusprognosen seien vielversprechend, wurde zudem betont. „Dieser Besucheransturm wird voraussichtlich wirtschaftliche Aktivitäten in Milliardenhöhe generieren, wovon die Branchen Gastgewerbe, Verkehr und Einzelhandel profitieren werden“, hieß es in dem Bericht. Hotels in den Gastgeberstädten würden sich auf Rekordauslastungen vorbereiten. Dass in solchen Phasen auch die Preise mitunter enorm steigen, ist bekannt.
Buchungslage bei New Yorks Hotels zum Vorjahr unverändert
Ob dem tatsächlich so sein wird, bleibt abzuwarten. Dem US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ sagte der Präsident und Geschäftsführer der Hotel-Vereinigung von New York, Vijay Dandapani, zwei Monate vor dem WM-Auftakt: Im Gegensatz zu dem massiven Hype, der die Ankündigung der Weltmeisterschaft begleitet habe, „lag die Nachfrage sicherlich nicht annähernd auf diesem Niveau“. Die Hotelbuchungen in New York seien für Juni und Juli praktisch identisch mit denen des Vorjahreszeitraums. Berichte gab es auch über umfangreiche Hotel-Stornierungen durch die FIFA selbst.
Klar ist: Durch die neue Preispolitik der FIFA ist es kein Event für jedermann. Jüngst wurden auf der Wiederverkaufsseite der FIFA vier Tickets für das WM-Finale in East Rutherford angeboten – an sich nichts Ungewöhnliches. Der Preis war es schon: 2.299.998,85 Dollar. Pro Ticket. Geboten wurden dafür Plätze hinter einem der Tore im Unterrang. Einfluss auf die Preise auf dem Ticket-Portal hat der Weltverband zwar nicht, er schneidet aber mit: eine Kaufgebühr von 15 Prozent vom Käufer jedes Tickets und eine Wiederverkaufsgebühr von 15 Prozent vom Verkäufer.
Anfahrt zum Finalstadion massiv verteuert
Immerhin: Wer sich das leisten kann, wird auch wegen des fast zwölffachen Preises für die rund halbstündige Zugfahrt von Manhattan nach East Rutherford in New Jersey nicht jammern. Denn der Trip kostet hin und zurück statt der üblichen 12,90 Dollar stramme 150. „Ich werde New Jerseys Pendler nicht jahrelang mit dieser Rechnung belasten“, erklärte Gouverneurin Mikie Sherrill: „Die FIFA sollte für die Fahrten zahlen. Aber wenn sie es nicht tut, werde ich nicht zulassen, dass New Jersey reingelegt wird.“
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