„Das ist schon ein großer Wertverlust“, sagte Helmut Marko über den Abgang von Max Verstappens Renningenieur Gianpiero Lambiase. „Die beiden waren wie ein altes Ehepaar. Sie haben auch ihre Diskussionen und Dispute gehabt“, so Marko.
Der vierfache Formel-1-Weltmeister Max Verstappen verliert eine weitere Vertrauensperson bei Red Bull Racing. Gianpiero Lambiase, der langjährige Renningenieur des Niederländers, wird den Austro-Rennstall zum Ende der Saison 2027 verlassen und zu McLaren wechseln. Damit dürfte auch die Frage nach der Zukunft von Verstappen befeuert werden. „Er spricht mehr über den Nürburgring als über die Formel 1“, sagte Helmut Marko am Donnerstag.
Der ehemalige Förderer und Mentor von Verstappen hatte sich im vergangenen Dezember aus der Motorsport-Königsklasse verabschiedet. Nun habe er „losen Kontakt“ zum 28-Jährigen, der mit dem aktuellen Technikreglement in der Formel 1 unglücklich ist. „Verstappen ist ein Vollblut-Racer und das jetzige Reglement ist mehr auf Energiemanagement ausgelegt und das geht nur im Einvernehmen mit den Software-Ingenieuren. Dem Fahrer ist die dominierende Rolle weggenommen worden“, erklärte der 82-jährige Steirer am Rande einer Red-Bull-Pressekonferenz im Rahmen des „Steiermark-Frühlings“ am Wiener Rathausplatz.
Marko: Lambiase-Abschied ein „großer Wertverlust“
Seit der Regel-Revolution zum Saisonstart fahren die „Bullen“ hinterher. Nach drei Rennwochenenden ist Verstappen, der bei Red Bull noch einen Vertrag bis einschließlich 2028 besitzt, nur WM-Neunter. Mitten in diese Krise kommt die Nachricht des Abschiedes von Lambiase, der seit 2016 mit Verstappen zusammenarbeitet und ab 2028 bei McLaren zu deutlich höheren Bezügen anheuern soll. „Das ist schon ein großer Wertverlust“, sagte Marko zur APA. „Die beiden waren wie ein altes Ehepaar. Sie haben auch ihre Diskussionen und Dispute gehabt.“
Nun müsse Red Bull rechtzeitig eine junge Person finden, die diese Rolle einnehmen könne, erklärte der frühere Red-Bull-Motorsportberater. „Unser Team ist groß aufgestellt. ‘GP‘ war ein ganz wesentlicher Faktor in der Fahrzeugentwicklung und Abstimmung, der auch seine eigenen Wege gegangen ist – nicht immer im Einvernehmen mit der restlichen Technik-Crew.“ Red Bull Racing bestätigte den Abgang des britisch-italienischen Renningenieurs nach vorhergegangenen Medienberichten später auch offiziell.
Viele Abgänge bei Red Bull
Damit verliert Red Bull weiteres Spitzenpersonal. Neben Marko, der am Donnerstag zum neuen Botschafter des Red Bull Rings in Spielberg ernannt wurde, haben auch schon Christian Horner (früher Teamchef), Designer Adrian Newey (nun Aston Martin), Jonathan Wheatley (ehemaliger Sportdirektor) oder auch Rob Marshall und Will Courtenay, die zu McLaren gegangen sind, in jüngerer Vergangenheit den österreichisch-britischen Rennstall verlassen.
Für Red Bull um Teamchef Laurent Mekies heißt es nun, den Rückstand auf das dominierende Mercedes-Team zu verkleinern. Dazu gibt es mehr Zeit, weil im April die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien wegen des Iran-Krieges abgesagt worden sind. Weiter geht es am 3. Mai in Miami. „Positiv ist“, sagte Marko, „dass der Start in Melbourne mit einem dritten Platz von Hadjar im Qualifying ja in Ordnung war. Aber die Updates, vor allem das in Japan, haben das Auto in eine falsche Richtung gebracht. Es hat sich verschlechtert. Im Laufe der Europa-Saison ist schon anzunehmen, dass Red Bull wieder vorne dabei sein kann.“
Verstappen vermehrt bei Langstreckenrennen im Einsatz
Auch Verstappen konnte zuletzt nicht den Unterschied ausmachen und verlor wegen des Fahrgefühls der neuen Boliden die Lust. Vor dem Japan-GP nahm der Ausnahmekönner an einem Langstreckenrennen am Nürburgring teil und überzeugte mit starken Leistungen. Am 17. Mai startet er im 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife. „Der Max-Faktor ist nur dann da, wenn er ein Auto hat, zu dem er ein Vertrauen hat. Das ist momentan nicht der Fall“, sagte Marko mit Blick auf die Formel 1. Aber Red Bull habe es in der Vergangenheit schon geschafft, wieder heranzukommen. „Ich glaube schon, dass sie es diesmal auch wieder schaffen werden.“
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