Ärger um Rodungen

Baumfällungen sorgen für emotionale Debatte

Niederösterreich
10.04.2026 05:00

In Wöllersdorf-Steinabrückl wundern und ärgern sich Anrainer über Baumfällungen entlang des Werkskanals, die jedoch für die Instandhaltung des Kraftwerks notwendig sind.

Zahlreiche Anfragen und Beschwerden haben in den vergangenen Tagen Bürgermeister Florian Pfaffelmaier in Wöllersdorf-Steinabrückl, Bezirk Wiener Neustadt, erreicht. Der Grund: Entlang des Werkskanals wurden kürzlich zahlreiche Bäume gefällt – darunter auch sogenannte „Geburtsbäume“, die seit 2021 für neugeborene Kinder gepflanzt werden.

Entsprechend groß ist die Aufregung, auch in den sozialen Medien: Viele Anrainer zeigen sich verunsichert und fragen, warum plötzlich so viele Bäume weichen müssen.

„Das Vorgehen sorgt für großes Unverständnis – vor allem, weil die Menschen vorab nicht informiert wurden“, erklärt Pfaffelmaier. Die Gemeinde selbst distanziert sich klar von den Arbeiten: Diese seien ausschließlich von der Firma Glöckler durchgeführt worden und lägen nicht in ihrem Verantwortungsbereich. Gleichzeitig hofft man im Rathaus auf rasche Aufklärung von Seiten der Firma Glöckler.

Notwendige Baumentnahmen, um Bauwerk zu erhalten
Nun meldet sich auch Firmeninhaber und Ex-Bürgermeister Gustav Glöckler zu Wort. Er ärgert sich über die Aussagen Pfaffelmaiers, denn er habe die Gemeinde bereits am 20. März über diese „Einzelbaumentnahmen“ informiert. Er betreibt neben seiner Druckerei ein Wasserkraftwerk am Werkskanal, mit dem er 150 Haushalte im Ort mit grünem Strom versorgt. „Die Wurzeln der Bäume zerstören das Bauwerk“, begründet er die notwendigen Maßnahmen, die er auch finanziell selbst stemmt. Und: „Nicht jede Baumfällung ist gleich eine Rodung“. Und: „Gäbe es den Werkskanal nicht, dann gäbe es auch das Biotop nicht“. 

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Es geht um den Betrieb und die Instandhaltung der Anlage, mit der ich 150 Haushalte mit grünem Strom versorge.

Gustav Glöckler, Druckerei- und Kraftwerksbetreiber

Auch drei der sogenannten „Geburtsbäume“ mussten weichen, sie wurden jedoch ein paar Meter ...
Auch drei der sogenannten „Geburtsbäume“ mussten weichen, sie wurden jedoch ein paar Meter weiter wieder neu eingepflanzt.(Bild: ZVG Marktgemeine Wöllersdorf-Steinabrückl)

Für etwas Entspannung sorgt zumindest ein Detail: Die drei betroffenen „Geburtsbäume“ wurden nicht endgültig entfernt, sondern wenige Meter weiter beim Biotop wieder eingepflanzt – ein kleiner Trost in einer emotional geführten Debatte um Natur- und Umweltschutz. 

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