Neues Wundergerät?

Wackeln für die Fitness? „Krone“ testet das Moveo!

Bergkrone
08.04.2026 06:53

Es rüttelt, vibriert und verspricht ein Ganzkörpertraining ohne große Anstrengung: Das Trainingsgerät Moveo will den Alltag von Bewegungsmuffeln revolutionieren. 15 Minuten Nutzung sollen – so die Idee – den Körper aktivieren, Muskeln stimulieren und sogar den Effekt von tausenden Schritten ersetzen. Die „Krone“-Redaktion hat den Selbstversuch gemacht – mit durchaus unterschiedlichen Eindrücken.

Optisch erinnert das Moveo an eine kompakte Vibrationsplattform. Das Prinzip dahinter ist nicht neu: Durch schnelle, gezielte Schwingungen wird die Muskulatur aktiviert. Der Körper muss permanent ausgleichen – ähnlich wie auf einem instabilen Untergrund.

Im „Krone“-Alltagstest zeigt sich schnell: Das Gerät ist niederschwellig. Die Füße draufstellen, einschalten, los geht’s. Gerade für Leute, die viel im Büro sind, kann das attraktiv sein.

„Es ist fein, wenn man den ganzen Tag sitzt – eine gute Abwechslung zwischendurch“, sagt „Kärntner Krone“-Mitarbeiterin Alexandra Freiberger. Auch ihre Kollegin Claudia Weber sieht einen positiven Effekt: „Es rüttelt wirklich den ganzen Körper durch. Es ist angenehm – fast wie eine Massage.“

Tatsächlich berichten beide nach einer Woche Nutzung von einem leichten Wohlgefühl: Die Beine fühlen sich lockerer an, die Füße „leichter und abends nicht angeschwollen“.

„Krone“-Mitarbeiterin Claudia Weber ist begeistert: „Wie eine Massage!“
„Krone“-Mitarbeiterin Claudia Weber ist begeistert: „Wie eine Massage!“(Bild: Hannes Wallner)

Regeneration ja - Training?
Doch nicht alle sind überzeugt. „Kärntner Krone“-Marketingkollegin Jana Kruse bleibt skeptisch: „Für die Regeneration ist es sicher großartig. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das mein Marathon-Training ersetzt.“ Außerdem ist es nicht leise, aber auch nicht richtig laut. 

Und genau hier liegt der Knackpunkt. Moveo arbeitet mit sogenannten Vibrationstrainings-Effekten, die wissenschaftlich durchaus belegt sind – etwa zur Aktivierung der Tiefenmuskulatur oder zur Förderung der Durchblutung. Doch ein intensives Ausdauertraining lässt sich damit kaum simulieren.

Auch Berg- und Radexperte Hannes Wallner zeigt sich zurückhaltend: „Ich habe es ausprobiert, aber offen gesagt nicht wirklich viel gespürt.“

„Das Moveo sorgt dafür, dass meine Füße abends nicht angeschwollen sind“, findet „Kärntner ...
„Das Moveo sorgt dafür, dass meine Füße abends nicht angeschwollen sind“, findet „Kärntner Krone“-Kollegin Alexandra Freiberger.(Bild: Hannes Wallner)

Überraschung auf dem Tennisplatz
Ganz anders sieht das Kärntens Mediaprint-Verkaufsleiter Christoph Frohnwieser. Er schwört auf das Gerät: „Ich habe vor einem Tennisspiel drei Mal 15 Minuten das Moveo verwendet – und war beim Spielen richtig fertig und hatte klassische Spatz‘n.“  Ein Effekt, der zumindest zeigt: Die Muskulatur wird durchaus gefordert – auch wenn das subjektive Empfinden stark variiert.

Was steckt wirklich dahinter?
Das Moveo setzt auf Vibrationstraining – eine Methode, die vor allem in der Physiotherapie und im Leistungssport eingesetzt wird. Die schnellen Impulse zwingen den Körper zu permanenten Mikroreaktionen, wodurch Muskelgruppen aktiviert werden, die im Alltag oft kaum beansprucht werden.

Der Vorteil: geringe Belastung für Gelenke und Kreislauf.
Der Nachteil: begrenzter Trainingseffekt im klassischen Sinn.

Oder anders gesagt: Moveo ersetzt keine Laufeinheit, kein Radtraining und schon gar keine Bergtour.

„Kärntner Krone“-Marketingleiterin Jana Kruse nutzte das Moveo in der Redaktion für die ...
„Kärntner Krone“-Marketingleiterin Jana Kruse nutzte das Moveo in der Redaktion für die Regeneration nach ihren harten Marathon-Trainings. Und obwohl das Moveo nicht gerade leise ist, störte es Hündin Luna nicht.(Bild: Alexandra Freiberger)

Große Versprechen - kleine Realität?
Ein häufig beworbenes Argument: 15 Minuten Moveo sollen 10.000 Schritte ersetzen. Eine Aussage, die im „Krone“-Test eher kritisch gesehen wird. 

Denn während das Gerät durchaus Bewegung simuliert, fehlt die echte Belastung: kein Pulsanstieg, kein Sauerstoffbedarf, kein Trainingseffekt im klassischen Ausdauerbereich. Die „Kärntner Krone“-Redaktion ist sich einig: Wer glaubt, mit ein paar Minuten Vibration den täglichen Bewegungsbedarf abzudecken, wird enttäuscht sein.

Das Moveo ist kein Ersatz für Sport – aber auch kein nutzloses Gadget. Es hat seine Berechtigung, vor allem für:

  • Büroarbeiter, die zwischendurch aktiv werden wollen
  • Menschen mit eingeschränkter Mobiltät
  • Regeneration nach Belastung

 

Kärntens Mediaprint-Verkaufsleiter Christoph Frohnwieser ist vom Moveo begeistert.
Kärntens Mediaprint-Verkaufsleiter Christoph Frohnwieser ist vom Moveo begeistert.(Bild: Christoph Frohnwieser)

Als „Bewegungs-Ergänzung“ funktioniert das Gerät gut. Als alleinige Trainingslösung eher nicht. Bleibt nur noch der Preis: Rund 1500 Euro sind eine klare Ansage. Für ein Gerät, das vor allem im Bereich Aktivierung und Regeneration punktet, ist das jedoch durchaus hoch gegriffen.

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