Trotz Konsumflaute, Kostendruck und harter Jahre zeigt sich der österreichische Sportfachhandel erstaunlich robust: Im Jahr 2025 wurden im heimischen Sport- und Fahrradfachhandel 2,41 Milliarden Euro umgesetzt. Rund 14.370 Beschäftigte halten laut Verband der Sportartikelerzeuger und Sportartikelhändler (VSSÖ) die Branche am Laufen. Besonders der touristische Sporthandel sorgt weiter für Rückenwind.
Die Zahlen zeigen: Österreichs Sporthandel ist ein wichtiger Motor für Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und den Tourismus. Zwar gab es 2025 ein leichtes Minus von 1,1 Prozent beim Umsatz, doch im Vergleich zu anderen Märkten steht Österreich stark da. Besonders spannend: Pro Kopf geben Menschen in Österreich deutlich mehr im Sportfachhandel aus als in Deutschland.
Im Schnitt waren es laut VSSÖ hierzulande 261 Euro pro Person, in Deutschland dagegen nur 166 Euro. Für Michael Schineis, Sprecher des VSSÖ-Präsidiums, ist das ein klares Signal: Sport und Bewegung haben in Österreich einen besonders hohen Stellenwert.
Ein echter Trumpf des heimischen Sportfachhandels ist der Tourismus. Rund eine Milliarde Euro Umsatz werden allein im touristischen Sportfachhandel gemacht. Der Großteil davon kommt von internationalen Gästen – nämlich 70 bis 80 Prozent.
Besonders stark ist das Wintergeschäft: Bis zu 80 Prozent des touristischen Umsatzes fallen in den Monaten Dezember bis März an. Die starke Wintersaison 2025/26 mit guter Schneelage und hoher Auslastung gibt der Branche zusätzlichen Optimismus für 2026.
Werkstatt statt Warenkorb-Klick
Was den stationären Handel stark macht, ist vor allem eines: Service. Denn Skischuhe anpassen, E-Bikes individuell abstimmen oder Reparaturen durchführen – das kann der Online-Handel nur schwer ersetzen.
Auch im Fahrradsegment zeigt sich Österreich besonders stark. Der Anteil der E-Bikes am Fahrradumsatz liegt bei rund 80 Prozent – damit ist Österreich im D-A-CH-Raum Spitzenreiter.
Der Grund: Hierzulande spielt das Rad vor allem im Freizeit- und Tourismusbereich eine große Rolle. Während in Deutschland und der Schweiz das Fahrrad stärker als Alltagsverkehrsmittel genutzt wird, ist es in Österreich oft Teil des Freizeitvergnügens – und das bringt höhere Wertschöpfung.
Gleichzeitig könnte genau darin auch eine Chance für die Zukunft liegen: Der hohe E-Bike-Anteil könnte langfristig auch die Alltagsnutzung stärken – ein Thema, das mit Blick auf die Verkehrswende immer wichtiger wird.
Bemerkenswert: Während viele Handelsbranchen unter Druck stehen, konnte der Sportfachhandel 2025 bei den Beschäftigten sogar leicht zulegen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf 14.370, ein Plus von 0,5 Prozent.
Dazu kommen 525 Lehrlinge, die in der Branche ausgebildet werden. Neben der klassischen Lehre gewinnen spezialisierte Berufe wie Sportgerätefachkraft oder Fahrradmechatroniker zunehmend an Bedeutung.
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