Bis 2030 will die Bundesregierung ein flächendeckendes Netz von rund 300 Primärversorgungseinheiten (PVE) schaffen. Neue Analysen zeigen nun erstmals, wo zusätzliche Standorte entstehen könnten – und bereits im April starten weitere Einrichtungen den Betrieb.
Die Primärversorgung in Österreich wird massiv ausgebaut. Gesundheitsministerin Korinna Schumann kündigte an, dass Schritt für Schritt ein landesweites Netz von rund 300 Primärversorgungseinheiten entstehen soll. Viele Menschen müssen derzeit lange auf Termine warten oder auf Wahlärzte ausweichen – genau hier sollen PVEs künftig ansetzen.
Schon in den kommenden Wochen wird das Netz weiter wachsen: Allein im April sollen vier neue Primärversorgungseinheiten ihren Betrieb aufnehmen. Weitere Projekte befinden sich bereits in Planung oder im Aufbau. „Viele Menschen warten zu lange auf einen Termin oder müssen privat zahlen. Mit dem Ausbau der Primärversorgung sorgen wir dafür, dass künftig jede Patientin und jeder Patient rasch und wohnortnah versorgt wird – unabhängig vom Einkommen“, so Gesundheitsministerin Korinna Schumann.
Eine neue Analyse der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) zeigt zudem, wie ein flächendeckendes Netz von rund 300 Primärversorgungseinheiten in Österreich idealtypisch aussehen könnte (siehe Grafik oben). Grundlage der Berechnungen ist die Erreichbarkeit der Versorgung: Idealerweise sollen Patientinnen und Patienten künftig nicht länger als rund 25 Minuten Fahrzeit zur nächstgelegenen Primärversorgungseinheit benötigen. Regionen mit längeren Anfahrtszeiten wurden dabei als mögliche neue Standortregionen identifiziert.
Laut Ministerin kein „Entweder-Oder“
Ziel ist ein möglichst dichtes Versorgungsnetz, das vor allem auch in ländlichen Gebieten schnell erreichbare medizinische Betreuung ermöglicht. „Es geht nicht um ein Entweder‑Oder. Primärversorgungseinheiten schaffen Wahlfreiheit: Patientinnen und Patienten können zwischen klassischen Ordinationen und einer Versorgung im Team entscheiden. Beides stärkt unser öffentliches Gesundheitssystem“, erklärt Schumann.
Der Ausbau wird auch durch den Gesundheitsreformfonds unterstützt. Über fünf Jahre stehen jährlich rund 500 Millionen Euro für Reformen im Gesundheitssystem zur Verfügung, insgesamt also mehr als zwei Milliarden Euro. Ein Teil dieser Mittel fließt gezielt in den Ausbau der Primärversorgung sowie in Präventionsangebote und regionale Versorgungsstrukturen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.