Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) sagt der Zwei-Klassen-Medizin in Österreich den Kampf an. Im Interview mit der „Krone“ brachte sie da etwa eine Obergrenze für Wahlarzthonorare ins Spiel. Harte Kritik kommt jetzt dafür von der steirischen Ärztekammer.
Die Baustellen im rot-weiß-roten Gesundheitssystem werden nicht weniger, im Gegenteil. Dies hat auch Ministerin Korinna Schumann nach einem Jahr im Amt längst realisiert. Im Interview mit der „Krone“ brachte sie nun eine Obergrenze für Privatarzt-Honorare ins Spiel. „Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass dort mit variablen Deckelungen gearbeitet wird. Ein solches Modell könnte auch hierzulande verhindern, dass Preise ins Unermessliche steigen und für viele Menschen zur finanziellen Belastung werden“, argumentierte die SPÖ-Politikerin.
Ihr Vorschlag sorgt nun für heftige Kritik der Ärzteschaft. Der steirische Kammer-Präsident Michael Sacherer, sein Stellvertreter und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte Dietmar Bayer und dessen Kurienstellvertreter Christian Lickl ziehen gegen die Ministerin vom Leder. Die von Schumann angeregte Diskussion solle einmal mehr von den verschleppten Strukturreformen ablenken, halten die Mediziner dagegen.
„Gesundheitspolitik braucht Substanz statt Schlagzeilen. Wer ernsthaft Versorgung sichern will, muss Rahmenbedingungen verbessern – nicht Preise diktieren. „Populismus heilt keine Patienten“, hält das Trio echauffiert fest. Bayer ergänzt: „Die Wahlarztpraxen sind Ergebnis von zu wenigen Kassenstellen, unattraktiven Rahmenbedingungen und wachsender Bürokratie. Das ist seit langem bekannt. Wer jetzt Honorare deckeln will, bekämpft nicht die Ursache, sondern gefährdet jene, die Versorgung aufrechterhalten.“
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