Große Umfrage

Rathaus sucht Probleme in Wiens Kindergärten

Wien
08.03.2026 06:00

Wiens Kindergärten sollen reformiert werden, wenn nötig bis auf die Grundmauern – um das zu schaffen, befragt das Rathaus jene, die es wissen müssen. Zu unangenehmen Antworten wird ausdrücklich ermutigt.

An Startschüssen für das Großprojekt mangelte es nicht. Gleich mehrmals hat Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) versprochen: Jetzt geht es los, nur um kurz darauf zu sagen: jetzt aber wirklich. Nun aber wird das erste Kapitel der Reform geöffnet – die Befragung aller Pädagogen beginnt mit Montag.

Heißes Eisen Sprachbarrieren
„Mit der Reform ,Kindergarten neu denken’ verfolge ich das klare Ziel, die erste Bildungseinrichtung auf verlässliche, tragfähige und zukunftsfitte Beine zu stellen“, so Emmerling. Sie will „einen Kindergarten, der allen Kindern die besten Chancen bietet und sie gut auf die Schule vorbereitet“. Deshalb geht nun eine Umfrage der Stadt online, von der alle Kindergartenträger informiert werden.

Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) befragt alle Pädagogen – zu ihren Wünschen, ...
Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) befragt alle Pädagogen – zu ihren Wünschen, Erfahrungen, Problemen und auch zu Eltern.(Bild: Neos Wien)

Und was will die Stadt wissen? Zum Beispiel: Was gibt Ihnen aktuell in Ihrem Beruf Energie? Aber auch: Was belastet Sie? Was sind die größten Herausforderungen? Dabei zeigt sich: Vor allem die Sprachbarrieren werden abgefragt. Jeder zweite Schulanfänger kann kein Deutsch, in den Bildungseinrichtungen dieser Stadt spielen sich Tag für Tag katastrophale Zustände ab.

„Denken Sie groß und ohne Tabus“
Was würde im Alltag am stärksten helfen? Da reichen die Möglichkeiten von kleineren Gruppen über mehr Zeit bis zur besseren Raumstruktur. Auch die Bürokratie ist ein enormes Problem für Pädagogen. Möglichkeiten, diese zu reduzieren, werden gesucht.

Eltern kommen ebenfalls nicht aus. Pädagogen sollen ihre Wünsche an Erziehungsberechtigte formulieren: von Erreichbarkeit über respektvollen Umgang bis Mitwirkung bei der Sprachförderung. Letzte Frage des mehrseitigen Bogens: Ihre mutige Idee. Aufruf: „Denken Sie groß und ohne Tabus.“ Emmerling appelliert an alle Pädagogen, mitzumachen: „Ein verlässliches System kann nicht im Alleingang entstehen, sondern nur gemeinsam.“

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