Wiener Neos

Kinder-Kampagne als Pausenfüller bis zu Reformen

Wien
09.02.2026 12:40

Eine „Grundsatzrede“ und die Rathaus-Klausur waren offenbar nicht genug: Nun wollen die Neos per Kampagne trommeln, dass sie Reformen für Kindergärten wollen. Antworten auf Fragen nach dem Mehrwert der Information blieben vage – ebenso wie jene, wo in Wiens Bildungseinrichtungen „Kinderaugen leuchten“.

Mit Plakaten, Broschüren, Aktionen in den Bezirken und im Internet wollen die Wiener Neos und Bildungsstadträtin Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling bis Ende März alle Eltern der Stadt wissen lassen, dass sie ihnen ein – auf einer Pressekonferenz per Handabdruck von Emmerling und Neos-Wien-Geschäftsführer Philipp Kern besiegeltes  – „Versprechen“ machen: nämlich sich für Reformen in den Kindergärten der Stadt einzusetzen.

„Ich glaube, den Spruch kennt man inzwischen“
Fünf Punkte sollen mit der Kampagne getrommelt werden: dass es Kindern guttut, wenn Elementarpädagogen sich mehr Zeit für sie nehmen können, dass individuelle Förderung von Kindern Defizite ausgleicht, dass moderne Verwaltung den Kindergärten helfen würde, dass die Förderungen mehr Transparenz brauchen und dass frühe Sprachförderung einen besseren Schulstart ermöglicht. Wenig Überraschendes, wie auch die Neos zugeben.

Man werde „Reformen umsetzen“, lautet das vage „Versprechen für den Kindergarten“.
Man werde „Reformen umsetzen“, lautet das vage „Versprechen für den Kindergarten“.(Bild: Neos Wien)

Sogar, dass die Neos Kindern „die Flügel heben“ wollen, ist wieder einmal Kampagneninhalt. „Ich glaube, den Spruch kennt man inzwischen von uns“, räumte auch Emmerling ein – er habe „alllerdings nicht ausgedient“: Wie wichtig der Kindergarten für die Bildung sei, sei eben „noch nicht in allen Köpfen“. Landesgeschäftsführer Kern assistierte, man könne „nie genug über Bildung sprechen“.

Wo „Kinderaugen leuchten“, bleibt Privatsache
Um Reformen nicht nur anzukündigen, sondern auch umzusetzen, wurde laut Emmerling im Kindergartenbereich „in den letzten Wochen und Monaten jeder Stein umgedreht“, um Reformmöglichkeiten auszuloten. Ob und wann man mit konkreten Schritten – etwa bessere Betreuungsschlüssel, die Auslagerung von Verwaltungstätigkeiten oder höhere Gehälter – rechnen könne, konnte oder wollte sie nicht sagen.

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Wir wollen ein Zeichen setzen, wie wichtig der Kindergarten ist.

Bildungsstadträtin Bettina Emmerling

Umso mehr unterstrichen Emmerling und Kern, wie wichtig ihnen die Elementarpädagogik sei – letzterer etwa mit der Erzählung über die „leuchtenden Kinderaugen“ seiner zweijährigen Tochter, als er sie nach dem Wochenende wieder in den Kindergarten gebracht habe. Die Frage, ob seine Tochter in einen städtischen oder privaten Kindergarten geht, wollte Kern nicht beantworten.

Wenig überzeugt von den Ankündigungen zeigte sich die Opposition. Die Grünen forderten statt „weiteren Sonntagsreden, Marketingkampagnen, Umfragen und Überschriften (...) spürbare Veränderungen“. Auch die ÖVP fand, die Zeit für „oberflächliche pinke PR-Sprüche“ sei „längst vorbei: Den Kindern in unserer Stadt läuft die Zeit davon.“ Die FPÖ warf den Neos vor, sie wolle Probleme mit Kampagnen überdecken. Alle drei Parteien unterstrichen, dass die Neos seit 2020 für die Kindergärten der Stadt verantwortlich seien.

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