Die Durchfahrt im Prater auf der Stadionallee und Meiereistraße bleibt verboten. Die Umwege bringen mehr Kosten und auch Umweltschäden, warnt jetzt die Wirtschaftskammer Wien. Sie fordert jetzt eine Ausnahmeregelung
Noch bis zum Juli 2026 wird die Stadionbrücke umgebaut und generalsaniert. Zusätzlich wird die Linie 18 zwischen U3 Schlachthausgasse und U2 Stadion um 3,1 Kilometer verlängert. Mit 7 neuen Haltestellen verläuft die Strecke über die Meiereistraße und Stadionallee durch den Prater. Seit Juni 2025 gibt es dort deshalb eine Durchfahrtssperre. Die bleibt jedoch auch nach den Bauarbeiten – wir berichteten.
Taxifahrten kosten 10 bis 12 Euro mehr
Die Wirtschaftskammer Wien macht dagegen mobil und fordert Ausnahmen für Taxis und gewerbliche Kleintransporteure. Denn die Umwege haben es in sich: Durch die Sperre verdreifacht sich die Strecke auf 4,9 Kilometer über die Südostangente (A23). Über den Praterstern ist es mit 6 Kilometern sogar fast eine Vervierfachung. Und gleich 15 (!) statt bisher 3 Ampeln. „Wir haben Verständnis für eine verbesserte Anbindung an den öffentlichen Verkehr, aber nicht dafür, dass unsere Fahrgäste für Umwegfahrten zur Kasse gebeten werden“, erklärt Resul Ekrem Gönültaş Obmann der Wiener Taxi-Innung. „Wenn eine Taxifahrt wegen eines Fahrverbots plötzlich 10 bis 12 Euro mehr kostet, ist das eine versteckte Verteuerung des Alltagslebens der Wiener.“ Durch die kilometergenaue Abrechnung schlagen sich zusätzliche Fahrstrecken nämlich unmittelbar auf den Fahrpreis durch und treffen direkt die Fahrgäste.
Künstliche Umwege über die Südosttangente (A23) oder den Praterstern bedeuten mehr Zeit, mehr Sprit und mehr CO₂.
Gurdial Singh Bajwa, Obmann der Kleintransporteure in der WK Wien
Schon seit vielen Jahren gilt in dem 1,1 Kilometer langen Straßenzug an Wochenenden ein Fahrverbot für Autos und Motorräder. Ausgenommen Linienbusse und Taxis. Die Ausnahme des gewerblichen Verkehrs sei leicht zu überwachen, so die WK: Wiener Taxis sind an der Kennzeichenendung TX, Kleintransporteure an der Endung KT auf den ersten Blick erkennbar.
„Erholung von Strom von Autos und Schwerverkehr unterbrochen“
Eine Schnellschätzung ergab, dass in Wien etwa 30.000 Fahrzeuge die Kennzeichenendungen mit TX und KT haben, heißt es dazu von der zuständigen MA46 (Verkehr) auf „Krone“-Anfrage. Eine Ausnahme würde bedeuten, dass alle diese – unabhängig von ihrem tatsächlichen örtlichen Bedarf – die Stadionallee nutzen dürfen. Bei all den Aspekten stelle sich zudem die Frage der Abgrenzung der Ausnahme. „Warum ausgerechnet Taxis und Kleintransporteure, nicht aber der Installateur oder der Pflegedienst?“
Die Prater Hauptallee werde von vielen Menschen genutzt, die dort Laufen gehen, entspannt Flanieren, mit Kinderwägen spazieren oder mit dem Rad fahren. Bisher wurde diese Achse der Erholung an der Stadionallee von einem Strom von Autos und teils auch Schwerverkehr unterbrochen. Mit der neuen Regelung quert an der Stelle künftig nur mehr die Straßenbahn. Es bleibt daher also beim Fahrverbot.
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