Anträge und Marken

Bablers Bewährungsprobe: Parteitag als Prozenttest

Innenpolitik
06.03.2026 05:00

Ohne Gegner und trotzdem unter Druck: SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler kämpft beim Parteitag am Samstag in der Wiener Messehalle um jede Stimme und eine positive Signalwirkung nach innen – und nach außen. Brisant: Seit Bablers Übernahme ist die Mitgliederzahl um 20.000 Genossen gesunken ...

„Völker hört die Signale“, heißt es am Samstag auf dem SPÖ-Parteitag wieder, wenn die „Internationale“ erklingt. Und obwohl bekanntlich kein namhafter Herausforderer gegen Parteichef und Vizekanzler Andreas Babler zur Abstimmung steht, wird das Ergebnis des Votums eine Signalwirkung haben.

Viele Genossen gehen davon aus, dass Babler nach den roten Chaoswochen rund um Ex-Kanzler Christian Kern einen sozialdemokratischen Solidarisierungseffekt erhält und mit einem Achter vor dem Prozentergebnis dann zumindest nicht geschwächt wird. Erreicht der rote Regent hingegen nur ein Ergebnis in den Sphären seiner Vorgängerin Pamela Rendi-Wagner (75,34 Prozent), dürfte die Kritik vorerst nicht verstummen. „Babler selbst war es immerhin ja auch, der Rendi-Wagner mit am lautesten kritisierte“, gibt ein hoher Genosse zu bedenken.

Mitgliederschwund unter Babler
Zu denken geben sollte der SPÖ selbst auch ihr Mitgliederschwund. Im Juli des Jahres 2023, also kurz nachdem Babler in der Verlängerung der Abstimmung aus Linz zum Parteichef wurde, informierte die SPÖ damals stolz und offiziell, dass man die 150.000 Mitglieder-Marke geknackt habe. Wie Abrufe einzelner Genossen für die „Krone“ übereinstimmend ergaben, lag die Zahl im Herbst des Jahres 2025 schon nur mehr bei rund 133.000 Genossen. Aktuell soll man sogar unter der 130.000er-Marke sein. Zwischen Juli 2023 und Donnerstag, 5. März, verlor die SPÖ unter Babler damit mehr als 20.000 Mitglieder, und damit im Durchschnitt 20 Genossen pro Tag.

88,8 Prozent hat Andreas Babler von seinem letzten Votum zu verteidigen.
88,8 Prozent hat Andreas Babler von seinem letzten Votum zu verteidigen.(Bild: Krone KREATIV/Helmut Fohringer, SPÖ Antragsheft)

Beschäftigen wird sich die SPÖ auf dem Parteitag aber nicht nur mit Personalia, sondern auch mit Inhalten. Ein Blick auf die Anträge und Resolutionen zeigt etwa die Forderungen nach Verwaltungsstrafen für das Tragen von Adelstiteln und nach verpflichtenden Kursen für Eltern in gewaltloser Erziehung als Teil des Eltern-Kind-Passes.

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