Schweizer Bus-Inferno
Psychisch instabiler Täter handelte mit Vorsatz
Bei dem gelegten Feuer in einem Linienbus mit sechs Toten im Schweizer Kanton Freiburg hat es sich nach Erkenntnissen der Polizei um eine „vorsätzliche Tat ohne ideologisches Motiv“ gehandelt.
Der Brand ereignete sich nach Angaben der Polizei am Dienstag um 18.25 Uhr in Kerzers. Das Feuer breitete sich rasch aus. Dramatische Bilder und Videos von dem brennenden Bus waren in sozialen Medien zu sehen: Das Gefährt stand lichterloh in Flammen.
Das Wrack des Busses war in der Nacht geborgen worden. Nach umfangreicher Spurensuche wurde die Straße mitten im Ort Mittwochfrüh wieder freigegeben. Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Strafverfahren.
Der Verdächtige sei mit Säcken in den Bus eingestiegen und habe sich nach Angaben von Zeugen eigenartig verhalten, schilderte der Freiburger Generalstaatsanwalt Raphaël Bourquin am Nachmittag in einer Pressekonferenz. Plötzlich habe sich der Mann mit einer entflammbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet.
„Psychisch instabiler“ Schweizer tot
Der mutmaßliche Täter war ein „psychisch instabiler“ Schweizer und handelte allein, gab die Freiburger Kantonspolizei am Mittwochnachmittag bekannt. Er sei in den Flammen gestorben. Es deute nichts auf einen terroristischen Hintergrund hin.
Der 65 Jahre alte Mann sei sozial isoliert gewesen, seine Familie habe ihn als vermisst gemeldet. Er sei Schweizer mit Wohnsitz im Kanton Bern, der sich – so der Ermittlungsstand – vorsätzlich selbst angezündet hat.
Auch der Busfahrer kam bei dem Brand ums Leben, wie die Kantonspolizei Freiburg am Mittwochabend bekannt gab. Es handelt sich um einen 63-jährigen Mann portugiesischer Herkunft. Die weiteren Todesopfer seien zwei Frauen im Alter von 25 und 39 Jahren sowie zwei Männer im Alter von 16 und 29 Jahren, alle Schweizer Staatsangehörige und in der Region wohnhaft.
Auch die Verletzten wurden identifiziert: Zwei Männer im Alter von 34 und 61 Jahren sowie zwei Frauen im Alter von 27 und 56 Jahren, alle Schweizer Staatsangehörige, und ein 32-jähriger kosovarischer Staatsangehöriger. Zwei Personen, die 56-jährige Frau und der 34-jährige Mann, befanden sich am Mittwochabend noch im Spital. Alle Opfer sind in der Region wohnhaft.
Mehrere Menschen konnten Bus nicht verlassen
Warum mehrere Menschen das brennende Fahrzeug nicht verlassen konnten, ist noch nicht restlos geklärt, berichtete Philippe Allain, der Kommandant der Freiburger Kantonspolizei. Die genauen Umstände der Tragödie seien noch nicht völlig klar. Die Polizei sei dabei, Spuren auszuwerten. Untersucht würden auch Videos von Überwachungskameras, erklärte Generalstaatsanwalt Bourquin.
Der Bus des Unternehmens Postauto verkehrte auf einer Strecke zwischen der Ortschaft Düdigen und Kerzers. Postauto verbindet in der Schweiz vor allem ländliche Gebiete. Kerzers liegt etwa 26 Kilometer westlich von Bern.
Wieder tödliches Feuer in der Schweiz
Erst in der Silvesternacht hatte es in der Schweiz ein schweres Unglück gegeben. Bei einer Silvesterparty war in einer Bar im Skiort Crans-Montana ein Feuer ausgebrochen. 41 Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. „Es bestürzt mich und macht traurig, dass wiederum Menschen in der Schweiz bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind“, schrieb der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin.











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