In der aktuellen Folge „Message, Macht, Medien“ spricht krone.tv-Podcaster Gerald Fleischmann mit der Ökonomin und Leiterin des Instituts „EcoAustria“ Monika Köppl-Turyna über die wirtschaftlichen Folgen geopolitischer Konflikte und strukturelle Probleme der österreichischen und europäischen Wirtschaft. Welche Auswirkungen hat der Nahost-Konflikt auf Österreich? Wird jetzt alles massiv teurer?
Höhere Energiepreise würden rasch an den Tankstellen sichtbar und sich über Transportkosten auf viele andere Bereiche der Wirtschaft auswirken. Die Ökonomin warnt vor unmittelbaren wirtschaftlichen Effekten – und das bereits ab Ende des Monats: „Wir werden einen Anstieg der Inflation sehen.“
Besonders kritisch sei die Situation, wenn wichtige Handelsrouten für Öl, Gas und viele andere logistische Ketten länger gesperrt blieben. „Ich würde es nicht ausschließen, dass wir wieder Preise von über 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) sehen“, sagt Köppl-Turyna mit Blick auf mögliche weitere Entwicklungen. In einem solchen Szenario könnten Energiepreise ähnlich stark steigen wie nach Beginn des Ukraine-Krieges.
Für die österreichische Wirtschaft kommt diese Unsicherheit zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Zwar gebe es erste Anzeichen einer leichten Erholung, doch von einem echten Aufschwung könne noch keine Rede sein. „Die Hoffnung auf Aufschwung war schon vor dem Iran-Krieg relativ mager“, so die Ökonomin.
Auch die Frage der Leistbarkeit von Eigentum wird im Laufe des Gesprächs Thema. Viele Menschen haben heute das Gefühl, sich weniger aufbauen zu können als frühere Generationen. Woran es liegt? „Die Grundstücks- und Wohnungspreise sind tatsächlich sehr, sehr stark gestiegen“, bestätigt Köppl-Turyna. Weil Bauauflagen und regulatorische Anforderungen in vielen Bereichen deutlich umfangreicher geworden sind, würde viel weniger gebaut werden – vor allem günstiger Wohnraum.
Hinzukomme eine hohe Abgabenbelastung auf Arbeit. Ein großer Teil des Einkommens fließe in Steuern und Sozialabgaben, wodurch am Ende weniger übrigbleibe. „Wir geben heute ungefähr die Hälfte unseres Einkommens an den Staat ab, da bleibt dann nicht mehr viel übrig“, fasst die Wirtschaftsanalystin zusammen.
Am Ende bleibt für die Ökonomin eine klare Botschaft: Österreich und Europa stehen vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen, die sich nicht durch kurzfristige Maßnahmen, wie etwa Mietpreisdeckel, lösen lassen. Ohne tiefgehende, strukturelle Reformen sei ein stabiler Wachstumspfad nicht erreichbar. Wie diese aussehen sollten und welcher Schachzug Chinas die Weltwirtschaft völlig erschüttern würde, erfahren Sie in der neuesten Folge von „Message, Macht, Medien“.
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