Künstliche Intelligenz (KI) und sehr viel böse Absicht stecken hinter einer Vielzahl von Bildern, die mit falschen Texten zum Krieg im Iran verbreitet werden. Eine Website kämpft jetzt gegen die „Online-Informations-Kriegsführung“.
Seitdem Elon Musk Twitter übernahm, ist sein neues X zu einem Schauplatz für Desinformation geworden. Besonders groß wird die Flut an fehlerhaften und irreführenden Beiträgen, wenn es um Konflikte, Krisen und Kriege geht. Das belegen die Postings, die seit dem Angriff auf den Iran die Plattform überschwemmen.
Innerhalb weniger Stunden wurden Millionen User durch Fake News über die Orte und das Ausmaß des Angriffs sowie der iranischen Reaktion in die Irre geführt.
Zahlreiche auf X verbreitete Bilder zum Iran-Krieg scheinen manipuliert oder mithilfe von KI erstellt worden zu sein:
Die Webseite „Wired“ hatte mithilfe des Open-Source-Intelligence-Analysten Tal Hagin, der sich als Kämpfer gegen die „Online-Informations-Kriegsführung“ beschreibt, Hunderte von viralen Beiträgen auf X überprüft. Das schockierende Ergebnis: Die Musk-Plattform ist das Online-Ground-Zero für Fake News und Chaos.
Viele angebliche Videoaufnahmen schon mehrere Jahre alt
So sind viele angebliche Videoaufnahmen des Angriffs tatsächlich Monate oder gar Jahre alt. In mehreren Posts wurden Videos mutmaßlicher Angriffe falschen Orten zugeordnet. Zahlreiche auf X verbreitete Bilder scheinen zudem manipuliert oder mithilfe von KI erstellt worden zu sein. Andere Beiträge versuchen, Aufnahmen aus Videospielen als Szenen aus dem Konflikt auszugeben.
Raketen über Tel Aviv statt über Dubai
Ein von einem verifizierten Account veröffentlichtes Video sollte angeblich ballistische Raketen über Dubai zeigen. Tatsächlich handelte es sich um Aufnahmen iranischer ballistischer Raketen, die im Oktober 2024 auf Tel Aviv abgefeuert wurden. Der Beitrag wurde mehr als 4,9 Millionen Mal auf X aufgerufen.
Ein weiterer Account veröffentlichte ein Video mit Explosionen und der Bildunterschrift: „6 iranische Hyperschallraketen trafen den mit indischen Investitionen ausgebauten israelischen Hafen von Haifa. Massive Schäden gemeldet.“ Das dazugehörige Video wurde 65.000-mal angesehen – tatsächlich stammt das Material jedoch aus dem vergangenen Juli und zeigt einen israelischen Angriff auf das Verteidigungsministerium in Damaskus, Syrien.

Die dem Iran-Regime nahestehende Zeitung „Teheran Times“ veröffentlichte auf X zudem ein offenbar KI-generiertes Bild mit der Behauptung, „ein amerikanischer Radar in Katar ist heute bei einem iranischen Drohnenangriff vollständig zerstört worden“.
Nur dass Hagin belegte, dass das Foto auf einem Google-Earth-Foto vom 10. Februar 2025 basiert, welches dann per KI manipuliert wurde: „Man braucht nur auf die Autos zu schauen, die dann ja dort genau wieder über ein Jahr später gestanden haben müssen.“ Dennoch machen die gefälschten „Vorher-Nachher“-Bilder auf X und anderen Social-Media-Plattformen munter weiter die virale Runde.
Falsche Bilder von Khameneis Palast
Ein Pro-Trump-Account veröffentlichte zudem Bilder, die angeblich Vorher- und Nachher-Aufnahmen des Khamenei-Palastes zeigen sollten, der bei den Raketenangriffen am Samstag ins Visier genommen wurde. Während das „Nachher“-Bild tatsächlich den Palast nach dem Angriff zeigt, zeigt das „Vorher“-Bild das Mausoleum von Ruhollah Khomeini, das sich auf der anderen Seite Teherans befindet. Der Beitrag wurde 365.000-mal aufgerufen.
Fast alle viralen Beiträge stammen von Accounts mit blauem Haken. Das bedeutet, dass diese Nutzer für den Premiumdienst von X bezahlen, damit Geld verdienen können, selbst wenn die Inhalte falsch sind. Zwar wurden einigen Desinformationsbeiträgen sogenannte Community Notes hinzugefügt, um die Fakten richtigzustellen, dennoch werden sie oft als reale Nachrichten weiterverbreitet.
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