Prüfen Anklagen

USA wollen noch härter gegen Kuba vorgehen

Außenpolitik
07.03.2026 09:53
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die USA wollen ihre Gangart gegen das sozialistische Kuba noch weiter verschärfen – so wird Strafverfahren gegen kubanische Regierungsvertreter geprüft, wie es in Medienberichten heißt. Der Schritt erinnert an das Vorgehen der USA gegen Venezuelas festgenommenen Staatschef Nicolás Maduro, der Jahre vor seiner Festnahme von der US-Justiz angeklagt worden war. 

Die „Washington Post“ und der Sender NBC News meldeten unter Verweis auf vertrauliche Quellen, dass seitens des US-Justizministeriums eine Arbeitsgruppe gegründet worden sei, um mögliche Anklagen gegen Beamte oder Einrichtungen der kubanischen Regierung zu prüfen. Dass auch das Finanzministerium beteiligt ist, könnte demnach darauf hindeuten, dass die Trump-Regierung weitere Sanktionen gegen Kuba in Betracht zieht.

Laut NBC könnten mögliche Strafverfahren etwa in den Bereichen Rauschmittel oder Gewaltverbrechen angestrengt werden. Kurz zuvor hatte US-Präsident Trump seine Annahme bekräftigt, dass das sozialistische Kuba kurz vor dem Zusammenbruch steht. Ende Februar hatte er bereits eine „friedliche Übernahme“ Kubas ins Spiel gebracht. 

Bericht: Vorgehen erinnert an den Sturz Maduros
Laut „Washington Post“ könnte der Schritt zur Strafverfolgung teilweise dem Modell folgen, das die Regierung bei Nicolás Maduro in Venezuela anwandte. Maduro wurde bereits 2020 unter anderem wegen Drogenhandels angeklagt und im Jänner festgenommen und nach New York gebracht, wo er sich vor Gericht verantworten muss.

Maduro kurz nach seiner Festnahme
Maduro kurz nach seiner Festnahme(Bild: X/White House, Krone KREATIV)

  Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten angespannt. Aktuell steckt die autoritär regierte Karibikinsel in ihrer schwersten Wirtschaftskrise seit der Revolution von Fidel Castro 1959. Unter anderem mangelt es an Treibstoff. Sollten die USA die Lieferungen von Öl aus Venezuela dauerhaft unterbinden, könnte die kubanische Wirtschaft vollends zusammenbrechen.

Ecuador weist kubanische Diplomaten aus
In Lateinamerika hat unterdessen das Außenministerium in Ecuador den Botschafter Basilio Antonio Gutiérrez García zur persona non grata erklärt. Auch 21 weitere Mitglieder der kubanischen Vertretung sind laut dem Internet-Portal „amerika21.de“ von der Maßnahme betroffen. Die Entscheidung stützt sich auf Artikel Neun der Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen von 1961. Dieser erlaubt es einem Staat, ausländische Diplomaten ohne Begründung für unerwünscht zu erklären. Die Betroffenen müssen das ecuadorianische Staatsgebiet innerhalb von 48 Stunden nach der formellen Mitteilung verlassen.

  Das kubanische Außenministerium wies die Entscheidung zurück und bezeichnete sie als unbegründet. In einer Mitteilung erklärte es, der Schritt beschädige die historischen Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.

Mehrere Oppositionsabgeordnete in Ecuador kritisierten die Entscheidung der rechtskonservativen Regierung von Präsident Daniel Noboa scharf. Sie argumentierten, dass die Maßnahme den Beziehungen zwischen beiden Ländern schade, die lateinamerikanische Integration untergrabe und die Tradition des Dialogs in der Region schwäche. Kritiker warnen zudem, dass der Schritt auch negative Folgen für Tausende in Ecuador lebende Kubaner haben könne.

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