Sorge um Reaktoren

IAEA: Kontakt zu Atomaufsicht im Iran abgerissen

Außenpolitik
02.03.2026 11:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem Angriff auf den Iran hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bisher keine Schäden an den iranischen Atomanlagen festgestellt. Allerdings sei der Kontakt zu den Aufsichtsbehörden abgerissen, warnt IAEA-Chef Rafael Grossi.

Anlagen wie das Kraftwerk Bushehr oder der Forschungsreaktor in Teheran seien bisher nicht getroffen worden, so Grossi am Montag in Wien. Auch gebe es keine erhöhten Strahlenwerte in den Nachbarstaaten.  Der iranische Botschafter bei der IAEA, Reza Najafi, dagegen sagte, dass die Atomanlage in Natans getroffen wurde. Die Attacke sei am Sonntag erfolgt.

Angriffe bergen hohes Risiko
Die IAEA warnt eindringlich vor den Risiken für die nukleare Sicherheit in der gesamten Region. Ein Angriff auf nukleare Einrichtungen könne zur Freisetzung radioaktiver Stoffe mit schwerwiegenden Folgen führen, mahnte Grossi. Der Kontakt zu den iranischen Aufsichtsbehörden müsse „so schnell wie möglich“ wiederhergestellt werden, so der IAEA-Chef. Er rief alle Konfliktparteien zu äußerster Zurückhaltung auf, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.

Irans Vertreter bei der IAEA, Reza Najafi, am Montag anlässlich einer IAEA-Dringlichkeitssitzung ...
Irans Vertreter bei der IAEA, Reza Najafi, am Montag anlässlich einer IAEA-Dringlichkeitssitzung in Wien zu den Angriffen der USA und Israels(Bild: AP/HELMUT FOHRINGER)

„Wir können einen möglichen Strahlungsaustritt mit schwerwiegenden Folgen nicht ausschließen – inklusive der Evakuierung von Gebieten, die so groß oder größer sind wie Großstädte“, warnte Grossi in einer Sondersitzung der Organisation in Wien.

Natans bei Angriffen 2025 beschädigt
Israel und die Vereinigten Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert und schwer beschädigt – darunter auch Natans, wo eine Anlage zur Anreicherung von Uran steht. Die Technologie kann zur Herstellung von Reaktor-Brennstoff oder auch Atomwaffen genutzt werden - Teheran bestreitet aber, solche Waffen zu entwickeln.

Neben dem Iran betreiben auch im Nahen Osten auch Jordanien, Syrien und die Vereinigten Arabischen Emirate Reaktoren. Letztere wurden auch Ziele von Angriffen, ebenso wie Saudi-Arabien, Kuwait und der Irak.

Drängt auf Diplomatie
Grossi drängte zudem auf eine Rückkehr zu diplomatischen Bemühungen, um sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffen entwickelt. Die jüngsten Gespräche in Genf seien ohne Ergebnis geblieben. Die Lage sei „sehr besorgniserregend“, sagte er. Im Ernstfall stehe die IAEA bereit, Mitgliedstaaten sofort zu unterstützen.

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