Prozess in Eisenstadt: Eine Türkin (33) soll im Nordburgenland mit einem Staubsaugerrohr und Messer auf die Schwiegermutter losgegangen sein, nachdem sie daheim „ein 16 Jahre dauerndes Martyrium“ durchgemacht habe. Die Familie steht geschlossen hinter dem (Noch-)Ehemann.
Andere Länder, andere Sitten im Nordburgenland. „Dieser Kulturkreis ist für uns hier schwer fassbar und begreifbar“, sagt der Anwalt der Angeklagten, die sich am Landesgericht wegen gefährlicher Drohung und Verleumdung verantworten muss. Die Vorgeschichte ist 16 Jahre lang.
Schwerwiegende Anschuldigungen
Das Ehepaar lebte bis zum Auszug der 33-Jährigen mit den drei Kindern und den Eltern des Gatten unter einem Dach. Der Juniorchef ist der Einzige unter den Erwachsenen, der halbwegs gebrochen Deutsch spricht.
Mehrmals pro Woche, seit der Geburt der ältesten Tochter (15), soll der Mann die Angetraute geschlagen haben. „Er hat auch gedroht, mich zu erschießen. Hat mich gefesselt, in den Keller gesperrt, vergewaltigt, mit siedendem Wasser angeschüttet. Ich durfte nicht arbeiten gehen. Es war ein Horror.“ Ehemann, Kinder und Schwiegereltern dementieren. „Es war immer alles gut daheim. Sie ist leider zu einer Lügenmaschine geworden.“
„Mein liebes Kind, beruhige dich bitte!“
Vor zwei Jahren begann sich die Frau still zu wehren, sie schrieb sich in AMS-Kurse ein. Der Familienverband nahm den Versuch der Abkapselung wahr – man sprach fortan von „psychischen Problemen“, die im Februar 2025 augenscheinlich geworden sein sollen. „Plötzlich stand sie mit dem Rohr des Staubsaugers vor mir und wollte mich aus dem Haus jagen“, berichtet die Schwiegermutter im Zeugenstand. „Ich sagte: ,Mein liebes Kind, beruhige dich bitte!‘ Dann griff sie zum Messer und wollte mich und ihre Kinder zerstückeln.“
Die Angeklagte schüttelt den Kopf, ehe sie freigesprochen wird. „Die Familienmitglieder waren für mich massiv manipuliert. Vor allem den Kindern habe ich kein Wort geglaubt“, so die Richterin. „Und was Sie betrifft: Häusliche Gewalt ja. Aber ein bissl dick aufgetragen haben Sie schon!“
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