In Oberösterreich gibt es viele Kultur- und Naturstätten, die von der UNESCO geschützt sind. Sie sind neben der ausgezeichneten Kulinarik und traditionellem Handwerk eine Reise wert. Begleiten Sie uns auf eine Reise ins Mühlviertel und das Salzkammergut zu Blaudruck und Haubenküche.
Unser kleiner Ausflug startet in Helfenberg im romantischen Tal der Steinernen Mühl. Die Gegend ist gut zum Wandern, wir haben uns heute aber die Leinenweberei Vieböck als Ziel ausgesucht. Über Jahrhunderte hinweg baute man im Mühlviertel Flachs an und webte Leinen. Wie fast in jeder Ortschaft ein Bäcker zu finden war, gab es auch eine sehr hohe Dichte an Webereien, die ein wesentlicher Faktor für den Wohlstand der Region war.
Warum Leinen so besonders ist
Übrig sind wenige, wie der Qualitätsbetrieb Vieböck, der seit 1832 besteht. Meterware, Bett- und Tischwäsche, Hand- und Geschirrtücher, hochwertige Kleidungsstücke, das Sortiment ist groß und bunt. Edles Leinen hat weitere Vorteile, weiß Christoph Kobler, der die Geschäfte führt. Im Gegensatz zu Baumwolle ist Flachs, aus dem Leinen gewebt wird, eine „umweltfreundliche“ Pflanze, braucht keine Pestizide, kaum Wasser und Dünger.
Positive Eigenschaften wie atmungsaktiv und hautfreundlich kommen dazu, außerdem trocknet Leinen schnell.Die Konkurrenz ist groß, die meisten Stoffe kommen heutzutage aus China, aber der Betrieb mit 22 Mitarbeitern behauptet sich durch Qualität und Flexibilität, was so viel bedeutet, dass man sich etwa Tischwäsche nach Maß und Geschmack machen lässt.
Ein „blaues Wunder“ erleben
Auch die Blaudruckerei Wagner bezieht ihre hochwertigen Leinenstoffe von der Weberei Vieböck. Der Betrieb in Bad Leonfelden ist der letzte seiner Art in Oberösterreich. Blaudruck ist eine traditionelle Handwerkstechnik, stammt ursprünglich aus Asien und zählt zum immateriellen Kulturerbe. Maria Wagner und ihr Sohn Felix Karl zeigen gerne, wie Blaudruck entsteht. Zuerst wird mit sogenannten Modeln – zur Auswahl stehen etwa 300, manche fast 200 Jahre alt - eine Schutzmasse (Papp) auf den Stoff gedruckt.
Da ist Präzision gefragt. Später dann wird mit Indigo gefärbt, meist in einigen Durchgängen. Nachdem der Stoff das erste Mal aus der Küpe gezogen wird, changiert die Farbe von zuerst Gelb, dann ins Grüne und schlussendlich zu Blau. Das Gewebe wird getrocknet und durch Mangeln geglättet. Bei den Wagners kann man also nicht nur die leuchtend schönen Stoffe in Auftrag geben und kaufen, sondern auch eine alte Tradition erleben. Gruppen melden sich am besten im Vorfeld an.
Wo man genießen und selbst Speck herstellen kann
Weil es nicht nur um Handwerkskunst geht, sondern zu einer gelungenen Reise auch Kulinarik zählt, zahlt es sich aus, in Helfenberg im Gasthof Haudum einzukehren. Handwerk und Tradition stehen hier im Mittelpunkt, ebenso wie Genuss. Wirt Peter Haudum hat schon an seinen Sohn Lukas übergeben, erzählt er im Gespräch, aber man merkt gleich, dass bei diesem Betrieb die Familie zusammenhält.
Viel wird selbst gemacht. „Gäste kommen extra zu uns, um gebackenen Kalbskopf oder Beuschel zu essen.“ Eine andere Spezialität des Hauses ist Speck, der auch unter Anleitung selbst gemacht werden kann, was sehr beliebt ist. Übrigens brennt Peter Haudum fürs Tarockieren – und hat deswegen für das königliche Kartenspiel eine eigene Akademie ins Leben gerufen. Im Mühlviertel gibt es einen Tarockcup.
Oase der Ruhe und Genuss-Fixpunkt
Essen hat viele Facetten und so kommen wir schließlich in den Mühltalhof, wo Philip Rachinger eine fantasievolle und mit zwei (!) Sternen sowie vier Hauben ausgezeichnete Küche bietet. Nicht nur der Genuss ist die Attraktion, sondern auch die beschauliche Lage an der Großen Mühl, die hier aufgestaut ist. Im Sommer badet man im Fluss, im Winter friert es manchmal zu – dann ist es herrlich zum Eislaufen.
Besuch beim Koch der ÖFB-Nationalelf
In der Früh müssen wir leider schon wieder weiter – der Steegwirt in Bad Goisern erwartet uns. Das Gasthaus blickt auf eine 450-jährige Geschichte zurück und liegt malerisch an der Traun, wo diese den Hallstätter See verlässt. Wir sind nun in der UNESCO-Welterbe-Region Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut.
Das wäre an sich schon ein mehr als ausreichender Grund, um in die geschichtsträchtige Gegend zu reisen, aber zudem zahlt es sich aus, mit Fritz Grampelhuber ins Gespräch zu kommen. Der sympathische Gastronom kocht zusammen mit seinem Bruder Tamino mit Leidenschaft gute Wirtshausküche und ist zudem seit zehn Jahren der Koch – sowie die gute Seele – unserer Fußballnationalmannschaft.
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