Nach den Attacken auf und durch den Iran haben am Sonntag zahlreiche Menschen „den schönsten Tag“ gefeiert. Angesagt war die Versammlung am Ballhausplatz – und damit jenem Ort, an dem sich in der Vergangenheit fast wöchentlich Menschen versammelt hatten, um gegen das iranische Regime zu demonstrieren. Wohl aufgrund der zu erwartenden Menschenmenge wurde es dann doch der benachbarte Heldenplatz.
Um 12 Uhr ging es – entspannt abgesichert durch die Polizei – los, doch schon lange vorher hatten sich Hunderte Menschen bei strahlendem Sonnenschein und knallenden Sektkorken versammelt, um ihrer Freude über den Sturz des Mullahs von Khomeini Ausdruck zu geben. Die Stimmung der Kundgebung: Fröhlich, positiv und ausgelassen.
So etwa die beiden Schwestern Elahe und Nc, die seit fast einem Jahrzehnt in Wien leben – der Liebe wegen, aber auch aus politischen Gründen. „Wir wollen nicht, dass ein anderes Land unseres angreift. Aber wir wollen auch keine islamische Republik, die Menschen tötet, foltert und einsperrt“, fasst Elahie ihre Gemütslage zusammen.
Zahlreiche israelische und amerikanische Fahnen
Mit der Flagge der iranischen Monarchie kamen sie auf den Heldenplatz. Es seien – so die Schwestern – aber noch viele weitere Schritte nötig, um den Iran in eine bessere Zukunft zu führen. Ebenso Fahne zeigen Benny und Iosif – und zwar die iranische und israelische gleichzeitig. Was vor Wochen noch undenkbar gewesen wäre, wird am Sonntag ersichtlich: zahlreiche israelische und amerikanische Fahnen gesellen sich zum iranisch-österreichischen Fahnenmeer.
Während der junge Sevan sagt, er werde wieder in den Iran zurückkehren, zucken andere mit den Schultern. Etwa Taxifahrer Reza, der sich ein Leben in Wien aufgebaut hat. Es sei noch nicht entschieden, ob er hier bleibe oder in die Heimat zurückgehe, meint er zur „Krone“.
„Gibt es nur einmal im Leben“
Für Alirezah ist heute „der schönste Tag meines Lebens“, erzählt er mit einer Freudenträne in den Augen. Vor 39 Jahren ist er mit 19 vor dem Regime nach Österreich geflüchtet und hat sich ein Leben gebaut. Er sei Österreich unendlich dankbar für alle Möglichkeiten und den Schutz, der ihm gewährt wurde. Ein Teil seines Herzens sei aber immer im Iran gewesen. Nun freut er sich, irgendwann auch mal in das Land zurückkehren zu können. „Einen freien Iran, das gibt es nur einmal im Leben“, lacht er und zeigt stolz seine Flagge.
Wie es nun weitergehen soll, weiß auch am Wiener Heldenplatz niemand. Der Sohn des einst vom islamischen Regime gestürzten Schahs, Reza Pahlavi, ist jedenfalls auf Schildern und Transparenten omnipräsent. Vielleicht, so Nadja, schaffe er es, zumindest vorübergehend zu übernehmen. Um ihr Land in eine friedliche, demokratische Zukunft zu führen. Sie wünsche sich zumindest nichts sehnlicher.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.