Raketen-Alarm am Golf

3000 Österreicher sitzen in Emiraten fest

Außenpolitik
28.02.2026 20:19

Nach den Angriffen auf den Iran schlagen die Vergeltungsschläge bis in die Vereinigten Arabischen Emirate durch. 3000 Österreicher sind betroffen. Botschafter Etienne Berchtold schildert die dramatischen Stunden.

Was für viele wie ein ferner Konflikt klingt, ist für tausende Österreicher in den Vereinigten Arabischen Emiraten binnen Stunden bittere Realität geworden. Nach den israelischen und amerikanischen Angriffen auf den Iran folgten iranische Vergeltungsschläge auf Ziele in der Golfregion – auch auf die Emirate. „Wir wurden heute in der Früh wie alle vermutlich von den Medienberichten überrascht“, schildert der österreichische Botschafter in Abu Dhabi, Etienne Berchtold, die dramatische Entwicklung. Doch dann schrillten alle Handys gleichzeitig: Die Behörden verschickten einen „Civil Alert“ mit der eindringlichen Aufforderung, sofort einen sicheren Ort aufzusuchen – Raketenalarm. Ein Szenario, das es so zuletzt 2022 gegeben hatte, als Huthi-Milizen Abu Dhabi attackierten.

Seit dem Mittag, so Berchtold, gebe es laufende Angriffswellen aus dem Iran, sowohl mit Raketen als auch mit Drohnen. Die Luftabwehr funktioniere jedenfalls gut, immer wieder seien Detonationen am Himmel zu hören und Rauchwolken zu sehen – ein Zeichen dafür, dass Geschosse abgefangen wurden.

3000 Österreicher in den Emiraten
Der Luftraum über den Emiraten wurde gesperrt, Flüge wurden gestrichen. Eine Ausreise ist derzeit nur auf dem Landweg über Saudi-Arabien oder in den Oman möglich. Gleichzeitig wurde die Reisewarnstufe 4 für die Region verhängt. Besonders brisant: Rund 3000 Österreicher halten sich aktuell in den Emiraten auf. Darunter viele Urlauber sowie berufstätige Auslandsösterreicher, aber auch Bürger auf der Durchreise über die internationalen Drehkreuze Abu Dhabi und Dubai.

Die Botschaft reagierte jedenfalls umgehend. Registrierte Landsleute wurden per SMS und E-Mail informiert, es gibt an der Botschaft auch eine Bereitschaftsdienstnummer, der Kontakt läuft seither im Dauermodus. „Bitte zu Hause bleiben, den Anweisungen der Behörden folgen und die Lage genau verfolgen“, lautet die klare Empfehlung. 

Und trotz der angespannten Lage: Panik herrscht keine. Die Stimmung beschreibt Berchtold als ruhig und gefasst. Es gebe keine Hamsterkäufe, keine chaotischen Szenen. Supermärkte seien gut gefüllt, Strom- und Wasserversorgung stabil, der Verkehr auf den Straßen normal. Die Behörden informieren regelmäßig über die abgewehrten Angriffe. Man versuche, eine gewisse Normalität aufrechtzuerhalten, trotz der angespannten Lage. Die Botschaft appelliert an alle Österreicher vor Ort, sich über die Reiseregistrierung zu registrieren, um im Ernstfall rasch erreicht und generell über alle Geschehnisse und Anweisungen informiert werden zu können.

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