Die Lage im Nahen Osten spitzt sich dramatisch zu. Evakuierungsaufrufe etlicher Staaten und die Ankunft neuer US-Einheiten in Israel – darunter erprobtes Kriegsgerät aus vergangenen Angriffen – lassen auf eine bevorstehende Gewalteskalation mit ungewissem Ausgang schließen ...
Die USA bereiten sich – wie berichtet – auf einen größeren Konflikt mit dem Iran vor. Wegen der steigenden Gefahr eines US-Militärschlags gegen das brutale Mullah-Regime hat die amerikanische Botschaft in Jerusalem ihr Personal zur sofortigen Ausreise aus Israel aufgefordert.
In einer internen E-Mail, aus der die „New York Times“ zitiert, betonte Botschafter Mike Huckabee am Freitagmorgen die extreme Dringlichkeit der Lage. Die Angst vor einem iranischen Vergeltungsschlag, der primär Israel treffen könnte, ist groß.
Die Entscheidung sei „aus übermäßiger Vorsicht“ nach Krisensitzungen gefallen, so Huckabee in dem dramatischen Schreiben. Wer ausreisen wolle, „sollte dies HEUTE tun“. Das nicht militärische Botschaftspersonal wurde angewiesen, umgehend Flüge vom Flughafen Ben-Gurion zu buchen. Priorität sei es, „zügig außer Landes zu kommen“, da die Verfügbarkeit von Flügen in den nächsten Tagen unsicher sei. Das Ziel sei zunächst zweitrangig.
Trump zeigte sich am Freitag im Atomstreit mit dem Iran offen für eine Vereinbarung, schloss militärische Gewalt aber nicht aus. Er sei nicht glücklich mit dem Iran, wolle aber einen Deal, sagte Trump. Teheran dürfe jedoch keine Atomwaffe haben. Er wolle keine militärische Gewalt anwenden, „aber manchmal muss man das“, erklärte der Präsident weiter.
Dramatische Appelle etlicher Staaten
Das US-Außenministerium hat eine offizielle Reisewarnung für Israel und das Westjordanland herausgegeben und verweist auf die Gefahr von „Terrorismus und zivilen Unruhen“. Auch die US-Botschaft im Libanon evakuiert bereits Personal. Die internationale Gemeinschaft reagierte alarmiert auf die drohende Eskalation. Zahlreiche Länder haben ihre Bürger zur Ausreise aus dem Iran und zur Vorsicht in der gesamten Region aufgerufen.
Kanada forderte seine Staatsbürger auf: „Verlassen Sie den Iran jetzt, wenn Sie dies sicher tun können.“ Auch China, Australien, Polen, Schweden und Indien haben ähnliche Warnungen ausgesprochen. Großbritannien hat seine Diplomaten bereits aus dem Iran abgezogen.
Der Flughafen in Tel Aviv gleicht zunehmend einer US-Militärbasis, wie israelische Medien berichten. In der Nacht auf Freitag landeten mindestens neun amerikanische Tankflugzeuge, vermutlich zur Unterstützung von Kampfjets, wie Videos in sozialen Medien zeigen (siehe Tweet oben).
Chinesische Satellitenbilder zeigten zudem die Verlegung von amerikanischen F-22-Tarnkappenjägern auf den israelischen Luftwaffenstützpunkt Ovda im Süden des Landes (siehe Tweet unten). Die Elite-Jets der US-Luftwaffe kamen bereits bei der Operation „Mitternachtshammer“ im vergangenen Jahr gegen den Iran zum Einsatz.
Die Stationierung von US-Kampfjets für operative Einsätze auf israelischen Basen ist laut Analysten von „Times of Israel“ außergewöhnlich und unterstreicht den Ernst der Lage. Der weltgrößte Flugzeugträger, die USS Gerald R. Ford, wird am Freitag vor der israelischen Küste ankommen.
Ziviler Flugverkehr wird eingeschränkt
Die angespannte Lage hat auch konkrete Auswirkungen auf den zivilen Luftverkehr. Mehrere Fluggesellschaften haben ihre Verbindungen in die Region angepasst. Qatar Airways verlängerte die Stornierung von Flügen in den Iran, KLM setzte Flüge zwischen Amsterdam und Tel Aviv aus, und auch die Lufthansa-Gruppe kündigte Flugplanänderungen für Israel-Verbindungen bis Mitte März an.
Hintergrund der Eskalation sind die gescheiterten Atom-Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf. Nach einem sechsstündigen Gespräch am Donnerstag gab es keinen Durchbruch. Teheran lehnt die US-Forderung nach einer kompletten Demontage seines Atomprogramms strikt ab. Während iranische Vermittler von weiteren Gesprächen sprachen, hüllten sich die US-Unterhändler in Schweigen.
Aus dem Weißen Haus heißt es, Trump erwäge Optionen wie gezielte Schläge auf Militär- und Atomanlagen im Iran, um Zugeständnisse zu erzwingen. Sollte dies fehlschlagen, seien auch umfassendere Angriffe zur Herbeiführung eines Regimewechsels nicht ausgeschlossen.
Erhöhte Aktivität bei Atomanlagen im Iran
Vor der Operation „Mitternachtshammer“ im vergangenen Jahr verfügte der Iran über rund 440 Kilogramm an Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent – laut Fachleuten genug für mehrere Atomwaffen, falls das Material weiterverarbeitet würde. Der Verbleib und Zustand dieser Vorräte sind derzeit ungeklärt. Seitdem hat der Iran keine Inspektionen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in den zerstörten Standorten zugelassen, sie sind nur mittels Satelliten im Blick der Experten.
In den vergangenen Tagen kam es offenbar zu erhöhten Aktivitäten bei mehreren Anlagen. Das teilte der IAEA-Chef Rafael Grossi in einem neuen Bericht in Wien mit. Nächste Woche sollen die Gespräche auf technischer Ebene in der österreichischen Hauptstadt fortgesetzt werden.
Im Außenministerium in Wien hat man noch keine Details zu den in Wien geplanten Gesprächen. Man unterstütze eine diplomatische Lösung und die Arbeit der IAEA, hieß es auf Anfrage. „Wenn die Gespräche in Wien zustande kommen, werden wir selbstverständlich jede Unterstützung, die gebraucht wird, bereitstellen“, so eine Sprecherin.
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