Anruf vor Jahren

Trump beschwerte sich laut Polizei über Epstein

Außenpolitik
10.02.2026 18:19
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump hat sich laut einem Polizisten vor einigen Jahren über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein beschwert. Er habe bei der Polizei in Palm Beach angerufen und dort gesagt, dass „man in New York wisse, dass Epstein widerlich sei“. Das geht aus einem Vernehmungsprotokoll der Ermittlungsbehörde FBI hervor.

„Gott sei Dank stoppen Sie ihn, jeder wusste schon lange, dass er so etwas macht“, soll der heutige Präsident in dem Gespräch gesagt haben. Wann es genau stattgefunden hat, ist unklar. Aus der Ermittlungsakte geht hervor, dass Trump Epstein aus seinem Club geworfen und die Polizei informiert hat. Der US-Präsident hatte den verurteilten Sexualstraftäter laut eigener Aussage einmal in der Gesellschaft von Jugendlichen angetroffen und deshalb das Weite gesucht.

Auch über die in Haft sitzende, mutmaßliche Mittäterin Ghislaine Maxwell hat sich Trump laut dem Protokoll geäußert. Sie sei „Epsteins Handlangerin“ und „böse“. Die Polizei sollte sich auf sie konzentrieren. Maxwell wird vorgeworfen, dem New Yorker Finanzberater Mädchen und junge Frauen zugeführt zu haben. Sie wurde zu 20 Jahren Haft wegen Menschenhandels mit Minderjährigen verurteilt. Wie berichtet, verweigerte sie am Montag die Aussage vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Sie sei nur dann bereit zu sprechen, wenn sie Trump begnadige, sagte ihr Anwalt. Der Republikaner hatte im Oktober gesagt, einen solchen Schritt zu prüfen.

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In New York weiß man, dass Epstein widerlich ist. Gott sei Dank stoppen Sie ihn. Jeder wusste schon lange, dass er so etwas macht.

US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat mit der Polizei

Rolle des US-Präsidenten unklar
Spekuliert wird, dass Maxwell der Trump-Regierung ihr Schweigen zugesagt hat, etwa über die Rolle des Präsidenten in dem Fall. Der nun bekannt gewordene Anruf bei der Polizei wirft erneut Fragen darüber auf, was der US-Staatschef über Epsteins Handeln wusste und was nicht. In der Vergangenheit hatte er mehrfach bestritten, über die Taten des 2019 gestorbenen Sexualstraftäters Bescheid gewusst zu haben.

Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte US-Investor soll mithilfe von Maxwell mehr als Tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben. Er war erstmals 2008 wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Sexarbeit verurteilt worden, wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er aber nur eine 18-monatige Haftstrafe. 2019 wurde er erneut festgenommen, unter anderem wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen.

Ende Jänner veröffentlichte das US-Justizministerium mehr als drei Millionen weitere Dokumente zu dem Fall. Neue Strafverfahren sind derzeit aber nicht zu erwarten. Epstein wurde im August 2019 tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

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