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„Nicht vergleichbar“

Gänsehaut pur: Wien feiert seine HYROX-Helden

Sport-Mix
11.02.2026 05:45

Der HYROX-Hype hat Wien endgültig erreicht! 10.000 Athlet:innen aus über 70 Nationen verwandelten die Messe Wien am vergangenen Wochenende in einen brodelnden Hexenkessel und pushten sich zu Höchstleistungen. Zudem waren mehr als 15.000 Zuschauer:innen vor Ort, die sich das Mega-Event nicht entgehen ließen. Zu den Höhepunkten zählten die emotionalen Heimauftritte der rot-weiß-roten Stars der Szene, Alexander Rončević und Tanja Stroschneider, sowie das große Finale der „Red Bull Road to HYROX“.

Acht Kilometer Laufen, acht Workouts, treibende Beats und tausende Fans sorgten für eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Zwischen Fokus, Grenzerfahrung und völliger Erschöpfung wurde jede Runde zum Kampf, jede Ziellinie zum emotionalen Höhepunkt. Auf 15.800 Quadratmetern entstand eine HYROX-Welt in Wien: Schlitten, Gewichte, SkiErg, Rudergeräte, Wallballs, Laufstrecke – alles war bereit für ein Wochenende, an dem Körper, Kopf und Wille gleichermaßen gefordert waren.

Was ist HYROX?

HYROX ist ein Wettkampf, bei dem Laufen und funktionelles Krafttraining kombiniert werden.

Die Laufstrecke beträgt acht Kilometer. Nach je einem Kilometer sind Übungen vorgesehen:
1. Skiergometer
2. Schlittenschieben
3. Schlittenziehen
4. Burpee Broad Jumps
5. Ruderergometer
6. Farmers Carry
7. Sandbag Lunges
8. Wallballs

Was 2017 in Hamburg als kleine Fitness-Idee begann, ist heute ein globales Phänomen. Es wird entweder im Einzel, im Double oder im Mixed-Double gestartet. Je nachdem, in welcher Kategorie, gibt es unterschiedliche Gewichte für die Stationen. Mittlerweile stehen pro Saison über 100 Rennen in über 100 Städten weltweit auf dem Programm, an denen bereits über eine Million Menschen pro Saison teilnehmen. Die Hallen sind voll, die Stimmung ist elektrisierend, die Community ist familiär und der Fitness-Trend wird in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter wachsen.

Mit dabei war natürlich auch Österreichs Aushängeschild und einer der weltbesten Athleten, Alexander Rončević. Seine HYROX-Reise begann 2018 in Wien. „Das macht dieses Event für mich ganz besonders. Vor einigen Jahren hatten wir noch 200 bis 300 Teilnehmer. Das ist gar nicht mit der Gegenwart vergleichbar. Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange“, sagte der 32-Jährige gegenüber „Sportkrone.at“.

Der Wiener mischte sich nicht nur sportlich unters Feld, sondern auch menschlich: zwischen Warm-up-Zone, Stationen, Startbereich und Finish, offen für Selfies und Gespräche. „Wien ist immer besonders, vor allen Freunden und meiner Familie. Es war großartig, ins Ziel zu laufen und zu sehen, dass die Hütte voll ist. Ein ganz spezieller Moment für mich.“

Alexander Rončević zeigte sportlich sein Können und beeindruckte dabei tausende Zuschauer:innen.
Alexander Rončević zeigte sportlich sein Können und beeindruckte dabei tausende Zuschauer:innen.(Bild: Philipp Carl Riedl / Red Bull Content Pool)

„Es war ein Genuss, durch die Halle zu laufen“
Der Sport habe endgültig den Sprung in die Breite geschafft. „Man hat mittlerweile in fast jedem Fitnessstudio die Möglichkeit, HYROX zu trainieren. Die Studios rüsten auf. Es ist wirklich ein Sport für jedermann“, so Rončević, der sportlich keine Zweifel aufkommen ließ. Mit 54:37 Minuten holte er souverän den Sieg in seinem Rennen. „Man geht in jedes Rennen mit einer gewissen Nervosität, mit Respekt und Anspannung. Aber das Publikum war so laut und hat mich so angefeuert, dass es mich auf einer Welle bis nach vorne durchgeschoben hat. Es war ein Genuss, durch die Halle zu laufen.“

Tanja Stroschneider und Alexander Rončević waren Österreichs HYROX-Stars in Wien.
Tanja Stroschneider und Alexander Rončević waren Österreichs HYROX-Stars in Wien.(Bild: krone.at)

Rot-weiß-rot stand auch im Mixed Double mit Christian Szalay und Katharina Pesendorfer (55:51 Minuten) ganz oben auf dem Siegertreppchen und die beiden qualifizierten sich damit für die WM in Stockholm.

Nicht minder emotional verlief das Heimrennen für Tanja Stroschneider. Sie wurde in der Pro-Kategorie mit 1:03:10 Stunden Gesamt-Dritte. Auch für sie jubelten die Tausenden Zuschauer:innen, vor allem an der letzten Station, den Wallballs, bebte die Halle. „Ich habe das nicht so extrem erwartet. So oft, wie ich meinen Namen gehört habe – das war sicher das tollste HYROX-Rennen, das ich je erlebt habe. Ich war so überwältigt. Allein, wenn ich daran denke, bekomme ich Gänsehaut.“

Für Stroschneider ist HYROX längst mehr als nur ein Wettkampf. „Der Sport gewinnt in Österreich immer mehr an Bekanntheit. Für mich ist es das Schönste, wenn ich jemanden motivieren kann, mit dem Training zu beginnen.“ Nach dem Heimrennen geht es für die 35-Jährige direkt in ein fünfwöchiges Trainingslager in Südafrika. „Ich merke, dass das Niveau extrem steigt, von Woche zu Woche. Um da mithalten zu können, muss ich mich nun mehr aufs Training fokussieren. Dann kann ich Ende März bei der Europameisterschaft in London wieder ein Top-Rennen abliefern.“

Für Rončević, Weltmeister von 2024, geht es nach ein paar ruhigeren Tagen bald wieder ans Eingemachte: letzter Trainingsblock für das Major-Rennen in Warschau, danach Richtung WM. „Viel Zeit zum Verschnaufen gibt es nicht.“

Finale der Red Bull Road to HYROX
Ein besonderes Highlight war das große Finale der Red Bull Road to HYROX. Eine ausgewählte Gruppe von Athlet:innen hatte sich drei Monate lang auf diesen Wettkampf vorbereitet. Individuelle Coachings, Performance-Checks und Tipps von Red-Bull-Athleten wie Rončević oder dem Extremsportler Michael Strasser mündeten schließlich in den großen Auftritt. Kurz vor dem Start gab Trainer Maximilian Walter, operativer Leiter von Zone.Fit Wien, ihnen noch einen klaren Auftrag mit auf den Weg: „Saugt die tolle Stimmung auf und habt auf jeden Fall Spaß!“

Vom Trainingsplan zum Podest
Wie viel das strukturierte Coaching brachte, zeigte Matthias Wallner eindrucksvoll. In der Kategorie HYROX Adaptive schraubte er seine persönliche Bestzeit auf 53:26 Minuten und holte Platz eins. „Mein Ziel war, meine Zeit aus dem Vorjahr zu toppen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ich es schaffe unter 54 Minuten zu bleiben.“ Im globalen Jahresranking 2026 bedeutete das einen starken 15. Platz.

Was auffiel: Der Teamgedanke. Viele Teilnehmer:innen feuerten sich gegenseitig an, teilten die Nervosität vor dem Start und feierten sich im Ziel gemeinsam.

Wie einige Athleten:innen der Red Bull Road to HYROX ihr Rennen und das Wochenende erlebten:

Matthias Wallner: „Ich musste so viele tolle Momente verarbeiten. Das Wochenende war unbeschreiblich. Im ersten Drittel des Rennens hat mein Kreislauf kurz nachgegeben. Dann habe ich aber fest an mich geglaubt und ab der Halbzeit wurde auf einmal ein Schalter umgelegt. Da habe ich durchgezogen. Die ganze Vorbereitung und Betreuung war top. Es hat sich richtig gut angefühlt, als Profi behandelt zu werden. Mit meiner Zeit habe ich mich auch für die WM in Stockholm qualifiziert. Dort werde ich natürlich mein Bestes geben. Mein großes Ziel ist es, HYROX-Weltmeister zu werden.”

Jakob Pick-Herk: „Das Wochenende war der Wahnsinn. Max war ein brutal guter Trainer. Er hat uns geraten, während des Rennens den Kopf auszuschalten. Das konnte ich gut umsetzen. Sich wie ein Profi zu fühlen, war das Schönste bei der Red Bull Road to HYROX. Am wichtigsten ist mir persönlich aber, dass ich auf dieser Reise so viele Freunde gewonnen habe. Wir werden sicher noch länger in Kontakt bleiben und gemeinsam bei verschiedenen Rennen an den Start gehen.“

Jakob Pickl-Herk
Jakob Pickl-Herk(Bild: Philipp Carl Riedl / Red Bull Content Pool)

Maya Kranawetter: „Ich habe gar nicht auf die Zeit geschaut. Ich war einfach nur glücklich und stolz, dass ich es geschafft habe. Es war ein unglaubliches Gefühl, das muss man definitiv einmal erlebt haben. Die Burpees waren hart. Hätte mich nicht meine Familie und das Team angefeuert, hätte ich mich sicher nicht so durchgekämpft. Die Red Bull Road to HYROX war eine einzigartige Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Unser Trainer Max hatte auf alles eine Antwort und eine Lösung parat. Von ihm war ich sehr begeistert. Es ist definitiv ein Anfang und kein Ende, und ich freue mich auf alles, was noch kommt.“

Maya Kranawetter
Maya Kranawetter(Bild: Stefan Voitl / Red Bull Content Pool)

Jan Lindmaier: „Mir ist dieser gemeinsame Support vom Wochenende im Kopf geblieben. Das war extrem schön. Nach den Burpees war der Punkt, an dem ich mit dem Tempo ein bisschen übertrieben habe. Dann habe ich mir wieder ins Gedächtnis gerufen, dass ich genau für diesen Moment trainiert habe. Dann bin ich wieder reingekommen. Ich habe gemerkt, dass es in der Gruppe viel einfacher ist, sich auf ein sportliches Ereignis vorzubereiten. Die Zeit ist zweitrangig. Ich fühle mich, als wäre ich jetzt am Startpunkt. Ich weiß jetzt schon genau, was ich bei den nächsten Rennen anders machen werde.“

Jan Lindmaier (re.) und Florian Mesaros
Jan Lindmaier (re.) und Florian Mesaros(Bild: Philipp Carl Riedl / Red Bull Content Pool)

Timo Zeilinger: „Der Moment im Ziel war eine große Erleichterung und erfüllte mich mit Stolz. Ich kann immer noch nicht ganz glauben, dass ich in der Altersklasse U24 den dritten Platz erreicht habe. Es war ein emotionales Wochenende. Die Zuschauer, das Team und meine Familie haben mich bei den Wallballs unglaublich unterstützt. Das hat mir alles bedeutet. Besonders das Taktikgespräch einige Tage vorher mit Max ist mir in Erinnerung geblieben, das war wirklich wichtig. Es ist der Abschluss eines richtig geilen Kapitels, aber natürlich bin ich jetzt motivierter denn je, noch mehr Gas zu geben.

Timo Zeilinger
Timo Zeilinger(Bild: Stefan Voitl / Red Bull Content Pool)

Anna Schlöglmann: „Im Ziel hatte ich sehr viele Glücksgefühle und war stolz auf mich, was mir normalerweise sehr schwerfällt. Mein Herz ist voll nach diesem Wochenende. Das beschreibt es ganz gut. Die Menschen um mich herum bedeuten mir so viel mehr als eine Rennzeit. Dass so viele Leute hinter einem stehen und für einen cheeren, ist nicht selbstverständlich. Ich habe definitiv Lust, noch ein bisschen in der Pro Division Fuß zu fassen, und bin gespannt, was noch passiert.“

Samuel Hinteregger: „Es war unbeschreiblich. Die Stimmung beim HYROX ist wie auf einer großen Party, bei der sich alle gegenseitig unterstützen. Beim Rennen war es unglaublich wichtig, dass mein Vater dabei war. Es war ein tolles Gefühl, als Red-Bull-Athlet behandelt zu werden. Ich habe definitiv Blut geleckt. Es war nicht mein letzter HYROX in diesem Jahr.“

Chiara Wertz
Chiara Wertz(Bild: Philipp Carl Riedl / Red Bull Content Pool)

Chiara Wertz: „Die Wallballs waren echt hart. Das Race hat mit dem ganzen Support so viel Spaß gemacht. Es war die Krönung des monatelangen Trainings. Es ist Wahnsinn, wie wir in so kurzer Zeit als Team zusammengewachsen sind. Das war echt schön zu sehen. Ohne das ganze Team hätte es, glaube ich, nicht annähernd so viel Spaß gemacht. Am Ende ist die Zeit eigentlich gar nicht so wichtig.“

Spätestens jetzt ist klar: HYROX ist in Österreich angekommen – und gekommen, um zu bleiben.

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