Attacke in Wohnhaus
Moskau meldet Festnahmen nach Angriff auf General
Am Freitag wurde ein hochrangiger Militär in Moskau angeschossen. Zwei Tage später machen Ermittler nun zwei Festnahmen und eine Flucht öffentlich. Aus Moskauer Sicht ist klar: Hinter den Schüssen im Nordosten der Hauptstadt steckt Kiew.
Moskau spricht von einem „Terrorakt“. Der 64-jährige Generalleutnant Wladimir Alexejew war am Freitag in einem Wohnhaus im Nordosten Moskaus angeschossen worden. Danach wurde er verletzt ins Krankenhaus gebracht. Inzwischen ist er wieder bei Bewusstsein, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur „TASS“ berichtete.
Verdächtige in Dubai festgenommen
Nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes „FSB“ wurde der Täter in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen und nach Russland überstellt. Ein Komplize sei in Moskau festgenommen worden, eine weitere Komplizin sei in die Ukraine geflohen. In der Mitteilung hieß es, die Suche nach den Organisatoren dauere an.
Ermittlungskomitee: Auftrag ukrainischer Geheimdienste
Das russische Ermittlungskomitee sprach schwere Vorwürfe aus: Der Verdächtige sei russischer Staatsbürger. Geboren wurde er zu Sowjetzeiten in Ternopil, in der heutigen Ukraine. Er sei Ende Dezember 2025 im Auftrag ukrainischer Geheimdienste nach Moskau gekommen, um den Anschlag zu verüben. Außenminister Sergej Lawrow hatte bereits kurz nach der Tat die Ukraine beschuldigt. „Dieser Terrorakt hat erneut die Ausrichtung des Selenskyj-Regimes auf ständige Provokationen bestätigt, die wiederum darauf zielen, den Verhandlungsprozess zu untergraben“, so Lawrow.
Anschlag zu brisantem Zeitpunkt
Der Anschlag auf Alexejew kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: In Abu Dhabi am Persischen Golf ist erst am Donnerstag eine Verhandlungsrunde über die Beendigung des seit vier Jahren währenden russischen Angriffskriegs in der Ukraine geendet.
Westen verhängte Sanktionen gegen Alexejew
Alexejew steht seit Jahren auf westlichen Sanktionslisten, unter anderem wegen Cyberkriminalität. Öffentlich zugänglichen Angaben nach wurde Alexejew im Gebiet Winnyzja in der heutigen Ukraine geboren. Seine gesamte militärische Karriere hat er aber in Russland verbracht. Dort war er zuletzt Vizechef des Militärgeheimdienstes GRU. Während des Syrien-Kriegs leitete er die Geheimdienstaktionen des russischen Militärs in dem Nahoststaat.
Schlüsselfigur des russischen Machtapparats
Nach Medienberichten war er nach Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs in der Ukraine auch für die Aufstellung und Organisation von sogenannten Freiwilligenbataillonen mitverantwortlich. In Kiew wird er zudem wegen der Bereitstellung von Daten für Luftschläge gesucht, bei denen mehrfach zivile Objekte zerstört wurden und Zivilisten ums Leben kamen.
Nicht das erste Attentat auf Militärangehörige
Der Anschlag ist kein Einzelfall. Seit Kriegsbeginn sind ranghohe russische Militärs und Propagandisten immer wieder Ziele von Attentaten. Im April 2025 wurde Generalleutnant Jaroslaw Moskalik durch eine Autobombe getötet. Im Dezember 2024 starb Igor Kirillow, der Chef der ABC-Abwehrtruppen, ebenfalls bei einem Bombenanschlag. Der ukrainische Geheimdienst bekannte sich zu der Tat. Russland verurteilt solche Taten stets als Terrorismus.
Kein Strom bei Minusgraden
Indes bezeichnet Präsident Wolodymyr Selenskyj die russischen Angriffe auf die Energieversorgung seines Landes als Staatsterrorismus. Zeitweise waren in der Ukraine Millionen Menschen von der Strom- und Wärmeversorgung abgeschnitten – bei teilweise zweistelligen Minusgraden.










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