Hat drei Displays

Forscher zeigen faltbares Multifunktions-Handy

Elektronik
09.05.2014 09:45
Forschern der Queens University im kanadischen Bundesstaat Ontario ist es gelungen, ein Smartphone zu konstruieren, das dank dreier aneinandergereihter ePaper-Displays mit einer Vielzahl verschiedener Betriebsmodi aufwartet. Noch handelt es sich nur um einen Prototyp, die vielfältigen Einsatzszenarien des Geräts sind aber bereits ersichtlich.

Roel Vertegaal und Antonio Gomes, die Erfinder des "PaperFold" getauften Geräts, haben ihr Konzept kürzlich bei der Technologiekonferenz ACM CHI 2014 in Toronto präsentiert. Durch die drei mittels Scharnieren aneinander befestigten, biegsamen ePaper-Displays des PaperFold kann das Smartphone verschiedenste Formen annehmen und den Bildschirminhalt an das Nutzungsszenario anpassen.

Displays arbeiten alleine oder zusammen
"Bei PaperFold kann jedes Display unabhängig voneinander oder als einzelnes System agieren", erklärt Vertegaal. Das erlaube verschiedenste Formfaktoren für das Gerät. "Das hilft bei mobilen Aufgaben, die eine große Bildschirmfläche oder bei Bedarf eine Tastatur erfordern, gleichzeitig behalten wir einen ultrakompakten, extrem dünnen und leichten Formfaktor bei", zeigt sich Vertegaal überzeugt von der Erfindung.

Schon jetzt erkennt das Smartphone eine Reihe verschiedener Einsatzszenarien und reagiert entsprechend. Faltet man aus den drei Displays beispielsweise eine Notebook-ähnliche Konstruktion, blendet das Gerät auf dem vor dem User liegenden Display eine Tastatur ein, während der Bildschirminhalt auf dem Display darüber angezeigt wird. Legt man alle drei Displays flach vor sich auf den Tisch, wird der zusätzliche Platz beispielsweise verwendet, um Google-Maps-Karten bildschirmfüllend darzustellen. Und in Google Street View zeigt PaperFold auf den drei je in 90-Grad-Schritten umgeklappten Displays 3D-Gebäude an.

ePaper-Displays haben mehrere Nachteile
So vielversprechend die Idee von PaperFold ist, so weit scheint sie derzeit noch von der Marktreife entfernt zu sein. Nicht nur, dass bislang noch kein fertiges Smartphone, sondern lediglich die "nackte" Elektronik präsentiert wurde. Hinzu kommt, dass ePaper-Displays mit zwei gravierenden Nachteilen gegenüber LCD- oder OLED-Bildschirmen kämpfen: Sie stellen alles nur schwarz-weiß dar und haben eine äußerst langsame Reaktionszeit.

Für Vertegaal ist ePaper dennoch eine vielversprechende Smartphone-Technologie. "Das Entwickeln von ePaper-Computern, die verschiedene Vorteile von Papier adaptieren können, war ein dauerhaftes Ziel für unser Team", erzählt er – und verweist auf die Vorteile von Papier. Bücher könne man platzsparend zusammenfalten, Papierkarten hätten wunderbare "Bildschirmgrößen". Diese Vorteile auch in den elektronischen Bereich zu übertragen, hält er für ein lohnendes Ziel.

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