Was wird daraus?

Aus und vorbei! Uraltes Kloster sagt leise Servus

Tirol
03.02.2026 17:00

Ordensgemeinschaften schrumpfen, Klöster verschwinden. In Tirol ist nun ein weiterer traditionsreicher Standort endgültig Geschichte. Wohl nicht der letzte Abschied dieser Art, wenn man auf die Zahlen der Ordensgemeinschaften in Österreich schaut. 

Der letzte Sonntagsgottesdienst in der Klosterkirche ist abgehalten, das letzte Amen verhallt. Damit endet im Kloster Thurnfeld in Hall eine jahrhundertelange Ära: Seit 1525 war Thurnfeld mit einer Unterbrechung von 70 Jahren stets ein geistlicher Ort. Zunächst durch die Augustinerinnen, dann durch die Stiftsdamen des Haller Damenstifts und in den letzten 160 Jahren durch die Salesianerinnen vom Orden der Heimsuchung. Seit dem 19. Jahrhundert führten die Schwestern ein Internat für Mädchen, ab den 60er Jahren dann ein Bubenheim. 

Neue Verwendung für die Diözese Innsbruck
Jetzt ist es endgültig vorbei mit dem Kloster Thurnfeld in Hall. Im Vorjahr hat sich die Schwesterngemeinschaft aufgelöst. Drei Frauen lebten zuletzt hier. Zurück bleiben riesige Räumlichkeiten, die einer neuen Bestimmung harren.

Diese scheint in dem Fall gefunden: Ein Teil des Archivs der Diözese Innsbruck soll künftig in Hall verwahrt werden. „Diese Investition ist notwendig, weil nicht alle Pfarren die Möglichkeit haben, ihre historischen Dokumente und Kulturgüter den konservatorischen Notwendigkeiten entsprechend zu lagern“, heißt es. Ebenso ist die Errichtung von Wohnmöglichkeiten für die Mitglieder des Vereins Emmaus vorgesehen, der im Klosterareal eine alternative Landwirtschaft betreibt.

Bischof Hermann Glettler (2.v.l.) mit Ordens- und Diözesanvertretern beim letzten Gottesdienst.
Bischof Hermann Glettler (2.v.l.) mit Ordens- und Diözesanvertretern beim letzten Gottesdienst.(Bild: Schöch/dibk.at)

Eine ganze Reihe an verlassenen Klöstern
Thurnfeld ist längst nicht das einzige Kloster, das in den vergangenen Jahren in Tirol ganz aufgelassen oder wegen fehlender Ordensleute als Standort stillgelegt wurde. Zuletzt hat im Vorjahr das Missionshaus St. Josef in Absam zugesperrt.

Nach mehr als 300 Jahren haben 2018 die Benediktiner Stift Fiecht verlassen. Die Mönchsgemeinschaft ist wieder zurück ins Ursprungskloster nach St. Georgenberg übersiedelt. Die Schließung des Kapuzinerklosters in Imst ist bereits zehn Jahre her.

Laut letzter Erhebung der Ordensgemeinschaften Österreich leben in Tirol noch etwas mehr als 300 Ordensfrauen und rund 150 Ordensmänner. Österreichweit sind es insgesamt noch 3800 Ordensleute und 191 Gemeinschaften. Es werden weniger – und mit ihnen Einrichtungen wie Ordensschulen, -spitäler oder Kulturstätten. 

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