Verletzte reisen aus
Israel hat Grenzübergang Rafah wieder geöffnet
Israels Behörden haben am Montag den Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten wieder geöffnet. Seither sind bereits Schwerkranke ausgereist, um medizinische Versorgung zu erhalten. Die Behörden nehmen allerdings eine Priorisierung vor.
Der Betrieb unterliegt strengen Auflagen. Israels Regierung verlangt beispielsweise Sicherheitsüberprüfungen für alle Reisenden und Obergrenzen für die Zahl der Personen, die den Übergang passieren dürfen. Demnach dürfen täglich 150 Menschen das Gebiet verlassen und 50 einreisen. Die ägyptischen Behörden sollen täglich eine Liste mit Namen der passierenden Personen vorlegen, die Ein- und Ausreise muss zudem vom israelischen Geheimdienst genehmigt werden. Für die Sicherheitskontrollen sind israelische Beamtinnen und Beamte zuständig, auch die israelische Armee und die Palästinensische Autonomiebehörde sind rund um den Grenzübergang vertreten.
Auf ägyptischer Seite warten bereits Krankenwagen, um Kranke und Verletzte aus dem Gazastreifen aufzunehmen. Laut UN-Angaben benötigen Tausende Menschen medizinische Behandlung außerhalb des Küstengebiets. Ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte am Dienstag, dass noch 18.500 Patientinnen und Patienten auf die Ausreise warten würden. Die örtlichen Gesundheitsbehörden entscheiden, wer am dringendsten medizinische Hilfe im Ausland benötigt. „Wir wissen, dass Patienten verstorben sind, die auf die Evakuierung gewartet haben“, sagt WHO-Sprecher Christian Lindmeier.
42.000 Palästinenserinnen und Palästinenser, die während des Kriegs geflohen waren, könnten umgekehrt wieder einreisen wollen. Andere Menschen dürfen den Grenzübergang nicht passieren. Die Öffnung wurde schon vor Wochen angekündigt, verzögerte sich aber immer wieder. Eine Hürde war die Rückführung der letzten toten israelischen Geisel, die sich noch im Gazastreifen befand. Vor einer Woche wurden die Überreste des Polizisten Ran Gvili identifiziert und nach Israel gebracht.
Hilfsorganisationen erhoffen sich jetzt durch die Öffnung des Grenzübergangs eine bessere Versorgung der Zivilbevölkerung. In den vergangenen zwei Kriegsjahren stauten sich auf ägyptischer Seite teils Hunderte Lastwagen mit Hilfsgütern, die auf Einfahrt warteten. Diese fahren zwar nach Rafah ein, werden dann aber zu anderen Grenzübergängen in Israel umgeleitet und dort vor der Einfahrt nach Gaza kontrolliert. Israels Behörden hatten die Kontrolle über die Grenzstation 2024 übernommen.









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