Zwei Festnahmen
Sabotageversuch an deutschen Marineschiffen
Zwei Männer sind wegen des Verdachts der versuchten Sabotage an mehreren Schiffen der deutschen Marine verhaftet worden. Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 37-jährigen Rumänen und einen 54-jährigen Griechen.
Die beiden Männer sollen im vergangenen Jahr während ihrer Tätigkeit im Hamburger Hafen an mehreren Korvetten Sabotagehandlungen vorgenommen haben. Die Schiffe lagen demnach auf einem Werftgelände und waren für die Marine bestimmt. Eine genaue Anzahl der betroffenen Schiffe nannte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft nicht. Die Hintergründe der mutmaßlichen Taten sind bisher unklar.
Stahlkies in Motorblock eines Schiffes geschüttet
Die Männer sollen, teils allein, teils gemeinschaftlich handelnd, mehr als 20 Kilogramm Strahlkies in den Motorblock eines der Schiffe eingebracht, Frischwasserzuleitungen zerstochen, Tankdeckel von Treibstofftanks entfernt und Sicherungsschalter der Schiffselektronik deaktiviert haben.
Wären die jeweiligen Sabotagehandlungen unentdeckt geblieben, hätten sie zu erheblichen Schäden an den Schiffen oder jedenfalls zu deren verspätetem Auslaufen geführt und dadurch die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und die Schlagkraft der Truppe gefährden können, hieß es weiter.
Die Hintergründe der Taten sind bisher unbekannt. Nachrichtendienste warnten zuletzt aber erneut vor Spionage und Sabotage aus Russland. Diese sei „so präsent wie nie“, stellte der deutsche Militärgeheimdienst MAD im Dezember in seinem Jahresbericht fest. Die Bundeswehr sei dabei unter den am stärksten gefährdeten Institutionen Deutschlands.
„Zerstörung auf mehr als einer Einheit“
Der Inspekteur der Marine, Jan Christian Kaack, hatte im Februar vergangenen Jahres berichtet, Saboteure hätten in mehr als einem Fall gezielte Schäden an Kriegsschiffen in Deutschland angerichtet. Es gebe „auf mehr als einer Einheit Zerstörung, also Sabotage“, sagte der Vizeadmiral bei den „Navy Talks“ in Berlin. In den Werften seien daraufhin entsprechende Maßnahmen getroffen worden. WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“ hatten damals berichtet, die Korvette Emden, die von der Hamburger Werft Blohm+Voss gebaut, aber zunächst nicht an die Marine ausgeliefert wurde, sei ein Sabotage-Ziel gewesen.
Zuvor hatten auch zwei andere Vorfälle Schlagzeilen gemacht. So fanden Soldaten im Spülsystem eines Saugwagens eines zivilen Auftragnehmers etwa 50 Liter Altöl. Es gab ein Funktionsstörung.
Die Köln und die Emden gehören zu fünf neuen Korvetten der Klasse 130, die die Bundeswehr 2017 für etwa zwei Milliarden Euro in Auftrag gegeben hatte. Fünf K130-Korvetten hatte die Marine bereits zwischen 2008 und 2013 in Dienst gestellt. Die Schiffe sind 89 Meter lang. Korvetten sind kleiner und wendiger als Fregatten und vor allem für den Einsatz in sogenannten Randmeeren und Küstengewässern geeignet, also etwa in der Ostsee – dort, in Rostock, ist das 1. Korvettengeschwader beheimatet.










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