Neue Epstein-Files

Treffen in Wien ++ Trump-Seiten „überladen“

Ausland
31.01.2026 00:33
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das US-Justizministerium hat Unmengen an weiteren Ermittlungsakten zum Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein freigegeben: Enthalten sind mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten sowie 2000 Videos und 180.000 Fotos. Brisant: Darin ist unter anderem zu lesen, wen der Pädokriminelle im März 2019 in Wien getroffen hat. FBI-Ermittlungen über Donald Trump waren erst verschwunden, tauchten aber wieder auf.

Die Anzahl der zu überprüfenden Dokumente ist nun laut Ministerium auf 5,2 Millionen angestiegen, einschließlich Duplikaten. Enthalten ist mitunter pornografisches Material, das Epstein besessen, aber nicht selbst aufgenommen hat, wie der stellvertretende Justizminister Todd Blanche berichtete. Zu finden sind zudem einige Daten mit Bezug auf Österreich: 1626 Ergebnisse liefert die Suche nach „Vienna“, 909 jene nach „Austria“.

Jetzt geben laut „Standard“-Recherchen bislang unbekannte E-Mails Aufschluss darüber, wen Epstein wenige Monate vor seinem Tod in Wien getroffen hat – die „Krone“ berichtete.

Treffen mit Mathematikprofessor
Dabei soll es sich um einen renommierten Mathematikprofessor handeln. Epstein sei mit einem österreichischen Mathematiker und Biologen befreundet gewesen, der in Harvard lehre und den Kontakt zu besagtem Professor eingefädelt habe. Dieser soll im März 2019 das Café Landmann als Treffpunkt ins Spiel gebracht haben. Epstein dürfte nur für diese Zusammenkunft in die Hauptstadt der Alpenrepublik gereist sein, danach sei es weiter nach Paris gegangen. Zuvor dürfte der Finanzier im Jahr 2015 Immobilien in Wien besichtigt haben.

Hinweise darauf, dass der Besuch mit Menschenhandel und Vergewaltigungen in Zusammenhang stehe, gebe es nicht, wurde betont.

Vize-Generalstaatsanwalt Todd Blanche
Vize-Generalstaatsanwalt Todd Blanche(Bild: AFP/ANNA MONEYMAKER)

Musste Mädchen Trump oral befriedigen?
Vorwürfe sexueller Übergriffe durch den nunmehrigen US-Präsidenten Trump verschwanden erstaunlicherweise innerhalb weniger Stunden, nachdem sie in den Epstein-Akten veröffentlicht worden waren. Ein Dokument enthält eine Reihe unbestätigter Hinweise über Trump, die vom FBI im August letzten Jahres zusammengestellt worden waren. Darin sind Behauptungen enthalten, dass ein 13- oder 14-jähriges Mädchen vor Jahrzehnten gezwungen worden sei, den Präsidenten mit Oralsex zu befriedigen.

„Um es klarzustellen: Die Behauptungen sind unbegründet und falsch, und wenn sie auch nur einen Funken Glaubwürdigkeit hätten, wären sie mit Sicherheit bereits gegen Präsident Trump eingesetzt worden“, hieß es seitens der US-Regierung. Inzwischen tauchten die heiklen Passagen aber doch wieder auf: Die Webseiten wären „überladen“ gewesen, erklärte das US-Justizministerium gegenüber dem „Telegraph“. Trumps Name soll in den neuen Files mehrere Tausend Mal vorkommen.

Gespräche über Trumps Geisteszustand
Laut den Akten soll Epstein mit dem einstigen Chefstrategen Steve Bannon auch Trumps Geisteszustand besprochen haben. Eine E-Mail von März 2018 hatte den Betreff: „Wie nah ist Trump einem psychischen Zusammenbruch?“ Darin teilte Bannon einen Link zu einem Artikel der Nachrichtenseite „Daily Beast“ zu dem Thema, woraufhin Epstein meinte: „Fasst es gut zusammen.“

Frühere Fotos belegen, dass sich Epstein und Trump gut kannten.
Frühere Fotos belegen, dass sich Epstein und Trump gut kannten.(Bild: AFP/HANDOUT)

Epstein bot Prinz Andrew Russin an und nannte ihn „Super-Sperma“
Laut den jüngst enthüllten Files arrangierte der Finanzier im Jahr 2010 ein Treffen zwischen dem heutigen Ex-Prinzen Andrew mit einer 26-jährigen Russin. So schrieb der verurteilte Sexualstraftäter an den gefallenen Royal: „Ich habe eine Freundin, von der ich denke, dass Sie gerne mit ihr zu Abend essen würden, ihr Name ist Irina, sie wird vom 20. bis 24. in London sein [sic].“

2002 soll der Pädokriminelle Andrew gefragt haben, ob er sich überlege, weitere Kinder zu bekommen und meinte: „Ich werde dich als Super-Sperma bezeichnen müssen.“ Auch habe Epstein für jemanden, der als „Der Herzog“ beschrieben wird, eine „Gesichtsbehandlung“ organisiert.

Prinz Andrew mit der blutjungen Virginia Giuffre, die sich für ihn prostituieren musste, und ...
Prinz Andrew mit der blutjungen Virginia Giuffre, die sich für ihn prostituieren musste, und Jeffrey Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell(Bild: HANDOUT / AFP / picturedesk.com)

Pornografisches Material und Opferdaten nicht veröffentlicht
Blanche sagte, herausgenommen habe man unter anderem persönliche Daten von Opfern, um deren Privatsphäre zu schützen. Ebenfalls zurückgehalten werde pornografisches Material, auf dem Kinder zu sehen sind, und alles, was Ermittlungen auf Bundesebene behindern könne.

Jahrelang hatte der Multimillionär Epstein aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über Jahre hinweg soll er Minderjährige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 starb Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung hätte kommen können.

Frist längst verstrichen
Die gesetzlich festgelegte Frist zur Veröffentlichung der Akten ist längst abgelaufen. Eigentlich hätte das Justizministerium bis 19. Dezember – abgesehen von ein paar gesetzlich eingeräumten Ausnahmen – alle Akten veröffentlichen müssen.

Blanche verteidigte bei einer Pressekonferenz nun mehrfach, dass deutlich weniger Material und mit Verspätung veröffentlicht wurde. Man habe viel mehr Material eingesammelt als notwendig und veröffentliche nur Relevantes. Man habe außerdem Zeit gebraucht, um den Opferschutz zu gewährleisten.

Der Fall Epstein
Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society, was zahlreiche Spekulationen über die Tragweite des Skandals mit sich brachte. Immer wieder kam die Frage auf, welche prominenten Persönlichkeiten in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten. Per Gesetz wurde schließlich Ende vergangenen Jahres die Veröffentlichung der Akten verfügt, gegen die sich US-Präsident Trump lange gewehrt hatte.

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