In Käfig eingesperrt

Ex-Geisel in Gaza fühlte sich „lebendig begraben“

Ausland
30.01.2026 12:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die ehemalige israelisch-russische Geisel, Alexander Trufanov, hat auf die Gefangenschaft im Gazastreifen zurückgeblickt. Er sei mehrere Wochen in einem Käfig und monatelang in einem Tunnel festgehalten worden, sagte der 30-Jährige. Er war fast 500 Tage in der Gewalt der Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ).

In den ersten Wochen seiner Geiselhaft, in denen er überirdisch in einem Käfig festgehalten worden sei, habe ein Terrorist mehrfach versucht, ihn zu sexuellen Handlungen an sich selbst zu bringen, sagte Trufanov zum britischen Sender BBC. Beim Duschen sei er von einer versteckten Kamera gefilmt worden. „Ich habe (...) versucht, meine Genitalien nicht in diese Richtung zu halten“, sagte der 30-Jährige. Er habe nur einmal in der Woche duschen dürfen.

Über seine spätere Zeit in einem Tunnel berichtete er, dass es dort so dunkel gewesen sei, dass er seine Hand vor Augen nicht habe sehen können. Er erinnere sich an Stille, Enge und Feuchtigkeit. „Ich erinnere mich, dass ich das Gefühl hatte, lebendig unter der Erde begraben zu sein. Oft habe ich die Hoffnung völlig verloren.“ Zu seinen Entführern hatte der Mann nur Kontakt, wenn sie ihm Essen gebracht hätten. Sonst sei er immer allein gewesen.

Hier sehen Sie Aufnahmen der ehemaligen Geisel mit Familie:

Musste nach Freilassung operiert werden
Bei dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 wurde Trufanovs Vater getötet, seine Mutter, Großmutter und Partnerin wurden ebenfalls entführt. Er selbst wurde verletzt, ihm wurde unter anderem in beide Beine geschossen. In Gaza sei er kaum medizinisch versorgt worden, blickte der Ingenieur zurück. Vor knapp einem Jahr kam er durch das Abkommen der Hamas mit Israel frei. Der Palästinensische Islamische Dschihad ist ein Verbündeter der Hamas.

Nach seiner Freilassung wurde Alexander Trufanov an den Beinen operiert, derzeit ist er noch auf Krücken angewiesen. Er hofft aber, in einigen Wochen wieder tanzen zu können, denn dann steht die Hochzeit mit seiner Partnerin an. 

Bei dem Terrorangriff der Hamas kamen 1139 Menschen ums Leben. 250 weitere wurden in den Gazastreifen verschleppt, ein Teil war bereits bei der Entführung tot oder starb in Gefangenschaft. Im folgenden Gaza-Krieg kamen etwa 70.000 Menschen durch Angriffe des israelischen Militärs ums Leben. Am Freitag hat diese Zahl auch Israel selbst bestätigt. Vermisste seien nicht eingerechnet. „Wir arbeiten derzeit daran, zwischen Terroristen und Unbeteiligten zu unterscheiden“, hieß es. Laut dem Gesundheitsministerium im Gazastreifen werden noch Tausende Menschen unter den Trümmern der zerstörten Städte vermutet. Bei den meisten Toten handelt es sich um Frauen und Kinder.

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