Der „Krone“-Bericht über Oma Erna (93) zeigt Wirkung! Im Finanzministerium folgt das Treffen im Gelben Salon – und eine neue Regelung, die Tausenden Senioren den Zugang zum Finanzamt erleichtert.
Manchmal reicht ein Einzelfall, um ein System ins Wanken zu bringen. Oma Erna, 93 Jahre alt, Wienerin, geistig wach, aber digital überfordert, wurde zum Symbol für eine Bürokratie, die an der Lebensrealität vieler Senioren vorbeigeht: ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung wie ID Austria kein FinanzOnline und damit auch keine Arbeitnehmerveranlagung abseits mühsamer Amtswege.
„ID Austria am Handy? Das ist für meine Mutter schlicht nicht mehr machbar“, schilderte Sohn Horst Pauer in der „Krone“. Die „Krone“ machte den Fall publik – und brachte Bewegung in eine starre Regelung.
Denn auch im Finanzministerium schlug der Bericht Wellen. Dort hat man erkannt: Oma Erna ist kein Einzelfall. Tausende ältere Menschen stehen vor demselben Problem – technisch ausgeschlossen, praktisch entmündigt. Die Reaktion fiel umfassender aus als erwartet. Gesetze wurden angepasst, Verordnungen geändert, FinanzOnline technisch umgebaut. Seit Juli wurde hinter den Kulissen daran gearbeitet.
„Nicht alle Menschen tun sich leicht“
Das Ergebnis nennt sich jetzt „unentgeltliche Vertretung“. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) erklärt: „Nicht alle Menschen tun sich in der digitalen Welt leicht. Mit dieser Regelung schaffen wir ein transparentes und sicheres System für jene, die Unterstützung brauchen.“
Ab sofort können sich Privatpersonen in FinanzOnline (www.bmf.gv.at/vertretung) kostenlos von einer Vertrauensperson vertreten lassen – etwa von Kindern oder engen Angehörigen. Ohne Bezahlung, klar geregelt, jederzeit widerrufbar. Die Kontrolle bleibt beim Betroffenen. Es muss nur ein Formular ausgefüllt und hochgeladen werden. Die Prüfung und die Freischaltung dauern rund drei Tage.
Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) betont: „Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen, aber niemanden zurücklassen.“ Und: Der Finanzminister und die Staatssekretärin ließen es sich nicht nehmen, Frau Erna persönlich für ihren Input zu danken. Oder, wie es der Finanzminister selbst zusammenfasst: „Sie haben ausgelöst, dass es jetzt ganz Österreich leichter hat.“
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