Keine weiteren Toten
Überlebende von Crans-Montana trotzen Prognosen
Seit dem verheerenden Brand in der Silvesternacht in Crans-Montana ist die Zahl der Todesopfer nicht gestiegen. Viele der etwa 80 teils schwer verbrannten Opfer hatten zunächst keine guten Überlebenschancen. „Wir waren positiv überrascht“, sagte Frank Siemers, der bisherige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin.
„Es ist davon auszugehen, dass viele großflächig verletzt wurden, 60 oder 70 Prozent. Dazu kam der Rauch, womöglich toxische Substanzen – das bedeutet ein hohes Risiko, dass sie das nicht überleben“, führte er weiter aus. Dass die Verletzten die erste kritische Phase überstanden haben, verdanken sie laut Siemers mehreren Faktoren. So seien sie beispielsweise überwiegend jung, ihr Immunsystem intakt. Zudem seien die Brandopfer bereits in den ersten Stunden gut versorgt worden, unter anderem mit lebenswichtigen Infusionen, um Herz- und Kreislaufversagen zu verhindern. Die Schweizer Behörden hätten auch schnell spezialisierte Krankenhäuser in Nachbarländern gebeten, Patientinnen und Patienten aufzunehmen.
„Viele haben die erste kritische Phase überstanden und sind erst einmal über den Berg, aber es gibt in diesen Wochen immer noch kritische Phasen. Nach den Operationen zum Abtragen der verbrannten Haut müssen die großen Wundflächen verschlossen werden, damit keine Keime eintreten“, sagte der Fachmann. Viele Schwerverletzte dürften noch Wochen oder Monate im Krankenhaus liegen. Einige würden auch in den kommenden Jahren weitere Operationen brauchen, etwa wegen Narbenbildung.
Welche Lebensqualität die Betroffenen später erwartet, sei sehr unterschiedlich. „Es hängt viel davon ab, welche Körperteile betroffen sind, ob es etwa funktionelle Einbußen gibt wie an den Händen. Und es hängt davon ab, wie sie die Situation psychisch verarbeiten“, sagte Siemers. Er leitet das Brandverletztenzentrum am Klinikum Bergmannstrost in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) und ist Chefarzt für Plastische und Handchirurgie.
Es hängt viel davon ab, welche Körperteile betroffen sind, ob es etwa funktionelle Einbußen gibt wie an den Händen.
Mediziner Frank Siemers über die Lebensqualität der Brandopfer von Crans-Montana
Wie berichtet, sind bei der Brandkatastrophe 40, überwiegend junge, Menschen gestorben. Funkensprühende Partyfontänen hatten zu Silvester in einer Bar in dem Schweizer Skiort einen Brand entfacht. Die Flammen breiteten sich rasant aus, viele Menschen kamen über enge Stiegen aus dem Kellergeschoss nicht rechtzeitig ins Freie. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Brandstiftung gegen die Barbetreiber und Sicherheitsverantwortlichen der Gemeinde.









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