Für mehr Transparenz

Regierung stellt Kommission für Spritpreise scharf

Innenpolitik
27.01.2026 20:00

Sinkende Rohölpreise sollen künftig rascher bei den Konsumenten ankommen: Wie die „Krone“ erfuhr, beruft Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer am Donnerstag die Mitglieder der Preiskommission ein. Ziel ist es, mögliche ungerechtfertigte Preise am Treibstoffmarkt zu analysieren und gegebenenfalls Maßnahmen zu empfehlen.

Konkret soll eine Sonderprüfung eingeleitet werden, um die Entwicklung der Rohöl- und Spritpreise in Österreich bis Ende des ersten Quartals 2026 nachvollziehbar zu untersuchen. Grundlage dafür ist ein Beschluss aus der Regierungsklausur im Jänner, der nun in Umsetzung geht.

„Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, müssen sich darauf verlassen können, dass sinkende Rohölpreise auch an der Zapfsäule weitergegeben werden“, betonte Hattmannsdorfer. Zwar lägen die heimischen Spritpreise im europäischen Vergleich weiterhin auf einem niedrigen Niveau und wirkten inflationsdämpfend, entscheidend sei jedoch eine rasche und transparente Weitergabe von Preissenkungen. 

Preismarkt wird untersucht
In diesem Zusammenhang lädt der Wirtschaftsminister neben der Preiskommission auch Experten des Instituts für Höhere Studien (IHS) sowie der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) zu einem fachlichen Austausch ein. Sie sollen bis Ende des ersten Quartals 2026 eine Kurzstudie zur Situation am Treibstoffmarkt erstellen.

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer beruft die Kommission nun ein.
Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer beruft die Kommission nun ein.(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

Verlängerte Spritpreis-Verordnungen für Transparenz und Wettbewerb
Parallel dazu hat das Wirtschaftsministerium die bestehenden Spritpreis-Verordnungen sowie den Spritpreisrechner verlängert. Die Regelungen, die mit Jahresende ausgelaufen wären, traten ab 1. Jänner 2026 erneut für drei Jahre in Kraft. Preiserhöhungen an den Tankstellen sind weiterhin nur einmal täglich – um 12 Uhr mittags – zulässig, während Preissenkungen jederzeit erfolgen können. 

Seit 2011 müssen Tankstellenbetreiber ihre Preise an die Preistranzparenzdatenbank der E-Control melden. Auf dieser Basis betreibt die E-Control den öffentlichen Spritpreisrechner, der Konsumenten einen raschen Preisvergleich ermöglicht. Laut Ministerium liegen die österreichischen Treibstoffpreise dank dieser Regelungen merkbar unter dem Durchschnitt des Euroraums – insbesondere bei Benzin. 

Die aktuellen Maßnahmen fügen sich in eine breitere wirtschaftspolitische Debatte über faire Preise und transparente Märkte ein. Auch bei der kürzlich eröffneten Wintertagung des Ökosozialen Forums wurde die Bedeutung von Preistransparenz und wirksamer Kontrolle entlang der Wertschöpfungsketten betont. Dort wurde gefordert, Preisentwicklungen nachvollziehbar offenzulegen und Wettbewerbsbehörden gezielt einzubinden, um Konsumenten ebenso wie Produzenten vor unfairen Aufschlägen zu schützen. 

Mit der Einberufung der Preiskommission und der Verlängerung der Spritpreis-Verordnungen setzt das Wirtschaftsministerium nun konkrete Schritte, um Transparenz und Wettbewerb auch am Treibstoffmarkt weiter zu stärken. 

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