Pilnacek-U-Ausschuss

Karner wirft FPÖ „Treibjagd auf Polizisten“ vor

Innenpolitik
27.01.2026 18:00

Gerhard Karner hat vor der nächsten Sitzung des U-Ausschusses im Fall Pilnacek am Mittwoch scharfe Kritik an der FPÖ geübt. Der Innenminister wirft den Blauen eine „Treibjagd auf Polizisten“ vor – und nimmt die betroffenen Beamten demonstrativ in Schutz. 

Die Kritik Karners richtet sich vor allem gegen Walter Rosenkranz (FPÖ), den Ersten Nationalratspräsidenten und Vorsitzenden im Pilnacek-U-Ausschuss, und dessen Lokalaugenschein am 14. Jänner in der Wachau, wo man am 20. Oktober 2023 Christian Pilnaceks Leiche gefunden hatte. Rosenkranz führte die Delegation beim Lokalaugenschein an und stach dabei mit olivgrünem Outfit samt Hut hervor (siehe Bild unten). 

Walter Rosenkranz (M.) führte am 14. Jänner die Delegation beim Lokalaugenscheinan. Christian ...
Walter Rosenkranz (M.) führte am 14. Jänner die Delegation beim Lokalaugenscheinan. Christian Hafenecker (re.) inspizierte die örtlichen Gegebenheiten mit am genauesten.(Bild: Imre Antal)

Karner stellt sich vor die betroffenen Polizisten
„Ein Nationalratspräsident in Jagdkleidung gibt den Jagdleiter gegen die Polizei. Seine Aufgabe als Präsident wäre es eigentlich, die Polizei und staatliche Institutionen zu schützen und den blau-grünen Attacken gegen einzelne Polizisten entgegenzutreten“, beklagt sich Karner gegenüber der „Krone“. Ihm zufolge würde die FPÖ zur Treibjagd auf genau jene Polizisten und Kriminalisten blasen, „die akribisch und gewissenhaft ihre Aufgabe erfüllen“.

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Ein Nationalratspräsident in Jagdkleidung gibt den Jagdleiter gegen die Polizei.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) über Walter Rosenkranz (FPÖ)

Causa Pilnacek: FPÖ vermutet politische Einflussnahme
Die FPÖ vermutet in der Causa Pilnacek bekanntlich politische Einflussnahme seitens des Innen- und Justizministeriums sowie Kanzleramts auf die Ermittlungen. Karner spricht hingegen von Verschwörungstheorien. „Obwohl mehrere Gerichtsurteile belegen, dass die Verschwörungstheorien rund um die Auffindung des Leichnams von Pilnacek völliger Unfug sind, werden im U-Ausschuss rechtschaffen arbeitende Polizisten an den Pranger gestellt“, kritisiert Karner.

U-Ausschuss-Ausflug vom 14. Jänner im Video:

„Gehässige Fragestellungen“
Die Belastung für die betroffenen Streifenpolizisten, „aber auch für ihr Lebensumfeld“, sei nach Darstellung des Innenministers enorm. Die „gehässigen“ Fragestellungen etwa würden nicht dem herkömmlichen Berufsbild eines Streifenpolizisten entsprechen. „Polizisten abseits von Führungsfunktionen haben damit keine Erfahrung“, sagt Karner.

„Die Polizisten werden durch das Innenministerium weiterhin Unterstützung erhalten, um ihnen den bestmöglichen Schutz vor dieser FPÖ-Treibjagd geben zu können“, fügt der ÖVP-Ressortchef hinzu. Auch rechtliche Beratung und Begleitung würden vom Innenministerium zur Verfügung gestellt. 

Kurz rief Pilnacek als Letzter an
Unterdessen gibt es neue Aufregung rund um Sebastian Kurz. Wie die „Krone“ am Dienstag berichtete, wurde der letzte Anruf an den vormaligen Sektionschef vom Ex-Kanzler getätigt. Das hat die Auswertung von Pilnaceks Smartwatch ergeben. Kurz hatte selbst angegeben, am betreffenden Abend mit Pilnacek gesprochen zu haben. Dass es das letzte Telefonat war, war bisher aber nicht bekannt. Allzu lange war das Gespräch nicht – es war nach elf Sekunden vorbei.

Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) stand mit Christian Pilnacek in engem Kontakt.
Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) stand mit Christian Pilnacek in engem Kontakt.(Bild: Eva Manhart)

Geht es nach den NEOS, so soll Kurz ebenfalls in den U-Ausschuss geladen werden. Die ÖVP spricht sich dagegen aus. Die FPÖ könnte den Ex-Kanzler auch auf eigene Faust laden, was durchaus als wahrscheinlich gilt.

Nächste Befragungen am Mittwoch und Donnerstag
Der U-Ausschuss geht am Mittwoch mit neuen Auskunftspersonen weiter. Am Mittwoch werden zwei Polizeibeamte befragt. Am Donnerstag kommen die zum Auffindungsort gerufene Ärztin und die Staatsanwältin, die die Obduktion angeordnet hat.

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