Höherqualifizierte Notfallsanitäter könnten Spitäler sowie Notaufnahmen entlasten und unnötige Transporte vermeiden, heißt es von den Rettungsorganisationen. Warum sie nun eine Aufwertung fordern.
Samariterbund, der Bundesverband für Rettungsdienste und die Arbeiterkammer Wien (AK) setzen sich für eine dreijährige Notfallsanitäter-Ausbildung ein. In vielen Ländern Europas ist das bereits seit Jahren gang und gäbe. Unter den Gesundheitsberufen ist die Sanitäter-Ausbildung in Österreich die kürzeste, heißt es bei einer Pressekonferenz am Dienstag.
Eine mehrjährige Ausbildung ermögliche es Notfallsanitätern etwa zu entscheiden, wo die Patienten bestmöglich versorgt werden können. Nicht jeder Transport in ein Spital sei notwendig. Außerdem könnten Einsätze von Mehrfachnutzern oder aus Pflegeheimen effizienter abgewickelt werden.
Man verspricht sich dadurch eine Entlastung der Notaufnahmen und eine effizientere Abwicklung von Einsätzen. In Österreich dauert die Ausbildung nämlich weniger als ein Jahr.
Berufsrettung mit umfassender Ausbildung
Von etwa 48.000 Sanitätern bundesweit hätten nur 1,6 Prozent die höchste der mehrstufigen Ausbildung absolviert. Die meisten davon in der Bundeshauptstadt, heißt es. Von allen Mitarbeitern der Berufsrettung sind 93 Prozent als Notfallsanitäter ausgebildet, 32 Prozent haben die Zusatzkompetenz Venenzugang und 43 Prozent die Kompetenzen Intubation und Beatmung.
Seit vielen Jahren bildet man die Sanitäter – die rein hauptberuflich tätig sind – weit über das gesetzlich vorgegebene Mindestmaß aus. „Mit Simulationstraining unter realistischen Bedingungen und unter Einsatz von menschenähnlichen Mannequins haben wir die Ausbildung auf einem internationalen Topniveau etablieren können“, so der Leiter der Berufsrettung Rainer Gottwald.
Die Organisationen fordern eine Novelle des 20 Jahre alten Sanitätsgesetzes, um das Niveau Wiens auch österreichweit zu etablieren und das Gesundheitssystem zu entlasten.
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