Brüche und Blutungen

Toter Häftling: Ermittlungen gegen zwölf Beamte

Niederösterreich
27.01.2026 21:23
Porträt von Niederösterreich-Krone
Von Niederösterreich-Krone

Der Tod eines Häftlings wird zum Krimi. Im Zuge eines Transports von der Justizanstalt Hirtenberg in Niederösterreich in die Psychiatrie sollen Beamte Medienberichten zufolge auf ihn eingeschlagen haben. Der 30-Jährige starb demnach mit Brüchen am ganzen Körper und einem Schädel-Hirn-Trauma.

Der Häftling starb Anfang Dezember. Zunächst wurde sein Tod nicht hinterfragt, die Familie ging von einem natürlichen Verlauf aus. Am 15. Jänner teilte das Justizministerium dann mit, dass der Tod infolge von Verletzungen eingetreten war, die der Häftling im Rahmen eines Transports auf die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses erlitten habe: „Nach derzeit vorliegenden Informationen wehrte sich der Insasse massiv dagegen, wodurch er und sechs Justizwachebeamte in unterschiedlichem Ausmaß verletzt wurden.“

Die Justizwache habe Erste Hilfe geleistet, doch für den jungen Mann sei jede Hilfe zu spät gekommen, hieß es. Der 30-Jährige starb noch am selben Tag. Nun wurde bekannt, dass gegen zwölf Justizbeamte ermittelt wird – „wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang unter Ausnützung einer Amtsstellung“.

Mehrere Brüche und Schädel-Hirn-Trauma
Wie es am Dienstag in Medienberichten hieß, zeichneten genauere Ermittlungen ein noch viel schlimmeres Bild als das bereits bekannte. Demnach sei der junge Mann misshandelt worden, sein Leichnam habe massive Verletzungen aufgewiesen. Der Gerichtsmediziner habe unter anderem mehrere Brüche und ein Schädel-Hirn-Trauma festgestellt.

Die Verletzungen seien ihm den Berichten zufolge sowohl in einer Isolationszelle – aus dem ihn mehrere mit Schildern, Helmen und Schutzwesten ausgestattete Beamte geholt hätten – als auch in einem Duschraum beigebracht worden bzw. habe er sie sich selbst zugezogen, als er den Protokollen zufolge „ausgerutscht“ oder „gegen Wand und Fliesenboden gefallen“ sei.

Danach sei er fixiert und in den Gefangenenbus gebracht worden, wo er keine Reaktion mehr gezeigt habe. Gestorben sei der Häftling schließlich im Spital.

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Der Sachverhalt ist noch nicht geklärt. Das Obduktionsgutachten fehlt noch.

Staatsanwaltschaft-Sprecherin Petra Bauer

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt bestätigt laufende Ermittlungen, das Obduktionsgutachten sei noch ausständig. Vorerst würden keine weiteren Angaben gemacht, die Justizwachebeamten seien bis auf Weiteres von Einsatz- und Kommandofunktionen abgezogen, heißt es vom Ministerium. Neben den strafrechtlichen Ermittlungen werde der Einsatz intern evaluiert.

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