„Es ist die Hölle“

Iran-Aktivistin fleht Europa an: „Wacht auf!“

Außenpolitik
27.01.2026 20:18

Seit Wochen gehen weltweit Menschen gegen das Regime in Teheran auf die Straße – auch in Österreich. Viele Iranerinnen und Iraner aus der Diaspora fordern mehr Unterstützung aus Europa und warnen: Der Konflikt im Iran sei längst nicht mehr nur eine innenpolitische Angelegenheit.

Monarchist-Aktivistin Aramesh Goorani spricht im krone.tv-Interview von einer „historischen Revolution“, die derzeit im Iran geführt werde. Ihrer Meinung nach werde die Lage unterschätzt – besonders in Europa. „Die ganze Welt schaut zu und ist ruhig“, sagt sie. Doch das, was im Iran geschehe, könne sich ihrer Ansicht nach auch auf Europa ausweiten. „Wacht auf, es ist noch schlimmer, als ihr denkt, und es wird sehr böse ausgehen. Der dritte Weltkrieg ist vor uns.“

Goorani betont, viele Menschen im Iran hätten bereits klargemacht, welche Lösung sie für den Iran wollen. Sie verweist dabei auf die bei Protesten oft gerufene Parole „Lang lebe König Pahlavi“ und sieht in Reza Pahlavi, den Sohn des ehemaligen Schahs als eine mögliche politische Zukunftsperspektive. Es solle eine demokratische Wahl geben – doch sie glaubt, dass viele bereits jetzt eine klare Richtung sehen.

Die Aktivistin richtet ihren Appell im krone.tv-Interview nicht nur an Politiker, sondern auch ...
Die Aktivistin richtet ihren Appell im krone.tv-Interview nicht nur an Politiker, sondern auch an die Bevölkerung Europas.(Bild: Krone KREATIV/krone.tv, AP)

Die Frage, ob eine Rückkehr zur Monarchie nicht bloß eine nostalgische Vorstellung sei, weist Goorani entschieden zurück: „Das ist überhaupt keine romantische Geschichte“, sagt sie. Ihrer Darstellung nach sei der Schah damals gegangen, um das Blutvergießen zu verhindern – im Gegensatz zur heutigen Führung in Teheran.

Menschen in Leichensäcken stellen sich tot
Besonders emotional wird die Aktivistin, wenn sie über die Gewalt im Iran spricht. Sie schildert dramatische Zustände und spricht von Tausenden Toten. „In Iran werden Tausende von Menschen umgebracht. In Stille“, sagt sie und fordert mehr Solidarität aus dem Westen. Manche Verletzte würden sich laut Goorani sogar totstellen, um nicht ebenfalls getötet zu werden – teils sogar in Leichensäcken, aus Angst, sonst entdeckt und erschossen zu werden. 

Reza Pahlavi, der älteste Sohn des ehemaligen Schahs von Iran, Mohammad Reza Pahlavi
Reza Pahlavi, der älteste Sohn des ehemaligen Schahs von Iran, Mohammad Reza Pahlavi(Bild: AP/Mark Schiefelbein)

Die Aktivistin richtet ihren Appell nicht nur an Politiker, sondern auch an die Bevölkerung: Europa müsse ihrer Meinung nach erkennen, dass es um mehr gehe als einen Protest im Ausland – es gehe um Sicherheit, Freiheit und Stabilität.

„Religion sollte nicht mit Zwang gelebt werden“
Sie betont, ihr Problem sei nicht der Islam als Religion, sondern Zwang und Gewalt: „Islam ist eine Religion genauso wie alle anderen Religion. Jeder kann seine Religion so leben, wie er will – aber nicht mit Zwang.“

Goorani lebt seit Jahrzehnten in Europa. Ihre Eltern hätten sie vor 47 Jahren nach Deutschland gebracht, um ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Doch heute beschreibt sie ein anderes Gefühl: „Ich fühle mich nicht in einem europäischen Land“, sagt sie – und spricht von Misstrauen und Angst.

Flaggen als Zeichen der Dankbarkeit
Auf vielen Iran-Demonstrationen trugen Menschen zuletzt israelische und amerikanische Flaggen. „Ein Zeichen der Dankbarkeit“, erklärt Goorani den Grund. Diese Länder seien die Einzigen gewesen, „die wirklich zu uns gestanden haben“. Das ganze Interview mit Aramesh Goorani sehen Sie im Video oben!

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