Wenn die Heimatliebe verfliegt: Die einst von der Patrioten-Partei FPÖ eingesetzte und derzeit in Russland aufhältige Ex-Außenministerin Karin Kneissl lässt im Netz wieder einmal aufhorchen. Sie vergleicht die Menschen in Österreich mit „Hyänen“ und erneuert ihren Sager, dass es sie nicht wundere, „dass Hitler aus Österreich kam“.
Diplomatin, Buchautorin, Außenministerin, selbst ernannter „politischer Flüchtling“, Aufsichtsrätin in einem russischen Ölkonzern sowie Dozentin an einer russischen Universität. Karin Kneissl war in ihrem Leben schon so einiges. Als „Teil der lokalen Gemeinschaft“ in Russland sieht sie sich bekanntlich schon länger. Seit eineinhalb Jahren lebt sie einem Dorf in der russischen Region Rjasan, wo sie laut eigenen Angaben ein „neues Kapitel“ aufschlagen durfte.
„Kein Zufall, dass Hitler aus Österreich kam“
Über ältere Kapitel ihres Lebens sprach die von der FPÖ nominierte Ex-Ministerin indes jüngst auf YouTube, in einem Interview eines Formats mit dem Namen „Brücke nach Osten“. „Keiner soll mir sagen, es sind nur die Eliten, es sind nur die bösen Medien. Ich habe dann gemerkt, wie sich ein Dorf gegen mich wandte. (...) Da hab ich dann gemerkt, dass es kein Zufall war, dass Hitler aus Österreich kam“, erklärt sie.
„Kleingeistigkeit und Minderwertigkeitskomplexe“
Brisant: Es ist nicht das erste Mal, dass Kneissl auf YouTube aufhorchen lässt. Bereits im November des Jahres 2024 sorgte sie für Schlagzeilen. „Es war kein Zufall, warum Hitler aus Österreich kam und warum die westlichen Gestapo-Spitzen aus Österreich waren. Es ist die Mischung aus Kleingeistigkeit, Neid und Minderwertigkeitskomplexen (...)“, sagte die ehemalige, auf einem FPÖ-Ticket ernannte Außenministerin damals.
Wenn ich etwas vermisse aus Europa, dann Frankreich, nicht Österreich.
Ex-Außenministerin Karin Kneissl
Im neuen Video treibt die bekennende Russland-Freundin Ähnliches weiter auf die Spitze. „Wenn ich etwas vermisse aus Europa, dann Frankreich, nicht Österreich. In Frankreich waren die Menschen menschlich, in Österreich Hyänen.“
Zudem zieht Kneissl Vergleiche zwischen ihrem Leben in Österreich und ihrem Leben im Libanon, in den sie vor dem Aufenthalt in Russland ihren Lebensmittelpunkt verlagert hatte: „Es war nicht diese Boshaftigkeit, diese Niedertracht, diese Gehässigkeit, die ich bis heute erlebe, weil sie mich bis heute beispielsweise aus Österreich erreicht.“
Die neuesten Aussagen Kneissls sorgen jedenfalls neuerlich für Kritik. NEOS-Klubobmann Yannick Shetty verurteilt die Aussagen der einstigen Ministerin und meint zur „Krone“: „Die FPÖ-Politikerin Kneissl schmückt sich weiter mit dem Titel ,ehemalige Außenministerin Österreichs‘ und tingelt auf Putins Kosten durch russische Propagandastudios mit einem einzigen Ziel: Österreicher zu beleidigen und unser schönes Land und seine Menschen schlechtzureden.“
Wir werden Kneissls Aktivitäten in Russland genauer unter die Lupe nehmen!
Yannick Shetty, Klubobmann der NEOS
Shetty ortet „blaue Doppelmoral“
Und er ergänzt: „Kickl und Kneissl waren enge Kollegen in der Regierung Kurz I. Bis heute hat sich Kickl nicht von der FPÖ-Politikerin distanziert. Das zeigt, wie groß die blaue Doppelmoral ist, wenn es um Putins Interessen geht.“ Man wolle Kneissls Aktivitäten in Russland genauer unter die Lupe nehmen, da die Österreicher ein Recht darauf hätten zu wissen, „was die ehemalige FPÖ-Ministerin und Kickl-Kollegin in Russland wirklich treibt“.
Auch ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti gibt sich gegenüber der „Krone“ empört: „Da sieht man, wie schnell es mit dem Patriotismus der Kickl-FPÖ vorbei ist. Sobald Russland ruft, gibt es statt Austria First nur noch Russia today.“
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