Eisenstadt bedroht

„Eine Atombombe? Ich rette sogar Regenwürmer!“

Burgenland
23.01.2026 15:50

Prozess: Sie sei auf der Welt als Botschafterin des Guten, so die Angeklagte, die angedroht haben soll, Eisenstadt dem Erdboden gleichzumachen. Die 52-Jährige verweist auf Verständigungsprobleme: „Mein Buch wird eine mediale Bombe.“

In Rechtssachen scheint die Nordburgenländerin bestens bewandert zu sein. „Ich habe 50 Anzeigen eingebracht. Ich habe Gerichte verklagt und Richter angezeigt. Ich habe immer verloren“, sagt die 52-Jährige, die an einem Buch schreibt, „in dem die Korruption unserer Justiz schonungslos aufgezeigt“ werde. „Das wird ein Bestseller.“

Womit wir bei ihrer „medialen Bombe“ sind, die sie zünden wolle. „Das mit der Atombombe muss ein Hörfehler gewesen sein. Glaubt irgendwer, dass ich in einem Kaff mit 1000 Einwohnern Plutonium und Uran daheim habe?“, so die Unbescholtene, die sich erstmals als Angeklagte zu verantworten hat.

„Es war ein Redeschwall“
Aufgrund ihrer 80-prozentigen Behinderung – nein, sie bekommt trotz einer Klagelawine keine Pension dafür – habe ihr der Hausarzt attestiert: Sie dürfe keine behördlichen Schriftstücke zugestellt bekommen. Trotzdem trudelten mehrere pro Woche ein. Also rief sie im August 2023 beim Bezirksgericht in Eisenstadt an – „die müssen das doch wissen“ – um dem Ärger Luft zu machen. „Es war ein Redeschwall“, sagt die Vertragsbedienstete im Zeugenstand. „Ich habe eine Atombombe. Es wird überall krachen.“ Und: „Ich werde Genicke brechen“, wurde auch zu Protokoll gegeben.

„Ich bin hochbegabt“
Nein, so etwas würde sie nie äußern, meint die Angeklagte. „Ich bin ein friedliebender Mensch. Ich rette im Sommer sogar Regenwürmer und Schnecken vom Asphalt, damit sie nicht verbrennen.“ Auch bei den „Genicken“ muss es sich um ein Missverständnis gehandelt haben. „Ich habe ja einen IQ von 136. Ich bin hochbegabt. Möglich, dass ich gesagt habe, dass es ihnen das Genick brechen wird, wenn sie mit den Zustellungen der Briefe nicht sofort aufhören. Ja, der Ton war bestimmt!“

Für die Richterin ist die „Ernsthaftigkeit“ in den gefährlichen Drohungen nicht gegeben. Freispruch!

Und weiter geht's
Ein zweites Verfahren wird ausgeschieden: Weil man ihr den Strom abgedreht hatte – „fünf meiner Fische sind verendet“ – soll die Frau im Juli 2025 am Telefon angekündigt haben, mit dem Auto eine Amok-Fahrt in die Landesregierung zu unternehmen. Auch hier wird über Hörfehler diskutiert.

Diese Geschichte wird Mitte März fertig erzählt.

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